Das Deutsche Messing-Museum an der Medienstraße in Krefeld-Fichtenhain schränkt seine Öffnungszeiten ein. „Künftig können wir unsere zweistündigen Führungen nur noch mittwochs nachmittags anbieten“, bedauert Direktor Knud Schöber. Einzige Ausnahme: Wenn feste Gruppen den vollen Gesamtpreis für eine Führung bezahlen, können sie auch einen anderen Termin verabreden.
Ebenfalls die Bürozeiten müssen eingeschränkt werden. Sie liegen jetzt nur noch montags bis mittwochs. „An den anderen Tagen arbeiten wir nur noch wissenschaftlich“, kündigt Schöber an.
Verkleinert wurde auch das Team selbst. Ein Restaurator musste entlassen und die feste Stelle einer Wissenschaftlerin zur geringfügigen Beschäftigung umgewandelt werden.
Grund für die drastischen Sparmaßnahmen ist ein Loch im Jahresetat von 60 bis 80.000 Euro. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Stadt Krefeld das Loch schließen kann“, erinnert Schöber an seine Anträge auf Förderung. Doch seien seine Anträge nicht berücksichtigt worden. Bislang habe das Museum von der Stadt noch gar keine finanzielle Unterstützung erhalten. Auch bei anderen Institutionen, die über Fördermittel für Museen verfügen, sei das Messing-Museum leer ausgegangen. Und dies, obwohl es das einzige seiner Art in ganz Deutschland sei.
Um wieder schwarze Zahlen zu schreiben, spart Schöber nun an den bisherigen gut 100 Führungen im Jahr. Denn sie sind trotz der Eintrittsgelder ein Verlustbringer in der Höhe von rund 8000 Euro im Jahr. „Diesen Verlust müssen wir eliminieren“, betont Schöber.
Die Erlöse, die das Museum erzielt, speisen sich aus anderen Quellen. Die größten Einnahmen stammen von Ausleihen eigener Ausstellungen an andere Museen oder Einrichtungen. Zweitgrößter Einnahmefaktor sind Fachvorträge an fremden Museen oder sonstigen Institutionen. Als dritte Einnahmequelle nennt Schöber die Buchverkäufe. Denn das Messing-Museum erstellt wissenschaftliche Buchreihen über Fachfragen zur Angewandten Kunst, die bei Wissenschaftlern, Sammlern und sonstigem Fachpublikum sehr begehrt sind.
Die Einschränkungen im Besucherverkehr bedeuten nicht, dass Interessenten keinen Besuchstermin bekämen. Jeder Interessent, ob Einzelperson oder Gruppe, kann sich online oder telefonisch im Museum anmelden und erhält auch einen Termin zur Gruppenführung, in der Regel dann mittwochs nachmittags.
Überdies arbeitet das Museum derzeit zusammen mit Lehrkräften an einem speziellem Pädagogikprogramm für Jugendliche. Schüler und Studenten sollen unter dem Motto „Junge Generation forscht“ in der Sammlung genügend Anregungen für Entdeckungen zu Stilepochen, Künstlern, Materialien und Techniken finden. Das Projekt eignet sich besonders für Schulen und Projektwochen.
https:// deutsches-messing-museum.gallery