Ein besonderes Augenmerk legt die SPD-Fraktion auf den geplanten Neubau der Gebrüder-Grimm-Schule in Büderich. Laut aktueller Verwaltungsvorlage wird der Bauantrag erst für Ende 2026 erwartet. Die SPD möchte daher wissen, wie realistisch ein Baubeginn noch im selben Jahr ist und welche Auswirkungen weitere Verzögerungen auf die Schulentwicklung in Meerbusch hätten.
„Wenn sich der Baubeginn weiter verschiebt, wird der Druck auf bestehende Schulen – insbesondere auf die Adam-Riese-Schule – in den kommenden Jahren weiter steigen“, erklärt Christa Kohn, Mitglied im Schulausschuss. „Deshalb brauchen wir hier einen möglichst verlässlichen Zeitplan.“
Auch beim Ausbau des Offenen Ganztags sieht die Fraktion Klärungsbedarf. Unter anderem fragt die SPD, ob mögliche Altlasten oder andere Risiken auf Baugrundstücken zusätzliche Verzögerungen oder Kosten verursachen könnten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ausstattung der Schulen. In den bisherigen Kostenschätzungen ist nach Angaben der Verwaltung lediglich spezialisiertes Fachmobiliar berücksichtigt. Die SPD-Fraktion möchte deshalb wissen, wie hoch das zusätzliche Budget für allgemeine Ausstattung wie Möbel, digitale Infrastruktur oder Räume für Inklusion veranschlagt wird.
Darüber hinaus fordert die Fraktion aktuelle Zahlen zu den Anmeldungen an den weiterführenden Schulen. „Wir möchten wissen, wie groß die durchschnittlichen Klassenstärken in den jetzigen Jahrgängen 5 und 6 sind, sortiert nach Prognosen für das Schuljahr 2026/2027 sowie nach den tatsächlichen Zahlen, und wie viele Kinder aus Meerbusch derzeit Schulen in den umliegenden Städten besuchen“, so Chantal Messing. Die Ortsvereinsvorsitzende ist auch Mitglied im Sonderausschuss „Zukunft der Schulen“.
Auch die Entwicklung der Grundschulen steht im Fokus der Anfrage. Die SPD-Fraktion bittet um Informationen, welche Bauprojekte derzeit im Zeitplan liegen und wie viele Schulplätze an den einzelnen Grundschulen beantragt und tatsächlich genehmigt wurden.
Zudem erwartet die SPD-Fraktion eine umfassende wirtschaftliche Bewertung verschiedener Modelle zur Umsetzung der Schulbauprojekte – von der Eigenrealisierung über Generalunternehmermodelle bis hin zu öffentlich-privaten Partnerschaften. Dabei sollen auch Finanzierungskosten sowie Betrieb und Instandhaltung über die gesamte Nutzungsdauer berücksichtigt werden.
Auch soll geklärt werden, wie die Stadt bei möglichen öffentlich-privaten Partnerschaften weiterhin die Kontrolle über wichtige Standards wie Tarifbindung oder ökologische Kriterien sicherstellt.
„Die Modernisierung unserer Schulen gehört zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben unserer Stadt“, betont die Fraktionsvorsitzende Nicole Niederdellmann-Siemes. „Damit der Rat gute Entscheidungen treffen kann, brauchen wir transparente Zahlen, realistische Zeitpläne und eine solide Vergleichsgrundlage für die verschiedenen Umsetzungsmodelle.“