Jupp Kompalla zum 90. Geburtstag Erinnerungsbuch erschienen

Krefeld · Der international bekannte Krefelder Eishockey-Schiedsrichter und ehemalige Spieler Josef „Jupp“ Kompalla hat seinen 90. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass ist ein neues Buch über ihn erschienen.

Archivar Dr. Christoph Moß, Verleger Stefan Kronsbein, Jupp Kompalla und der Historiker Dr. Cedric Bolz (v.l.) bei der Buchvorstellung am 90. Geburtstag von Jupp Kompalla.

Foto: Stadt Krefeld/Jochmann, Dirk (dj)

Rund 60 Gäste gratulierten dem Jubilar im Schirrhof am Nassauerring. Bürgermeister Timo Kühn überbrachte die Geburtstagsgrüße der Krefelder Bürgerschaft. Sichtlich gerührt bedankte sich „Jupp“ Kompalla bei den Gästen.

Als Geburtstagsgeschenk konnte ihm das nun veröffentlichte Buch „Ein Leben für Eishockey. Der Schiedsrichter Josef Kompalla aus Krefeld – Erinnerungen an die 1972er Summit Series Kanada und Sowjetunion“ überreicht werden.

„Die Spiele waren der absolute Höhepunkt meiner Karriere“, so der 90-Jährige.

In Krefeld spielte er einst als Verteidiger für die Eishockey-Mannschaft Preußen Krefeld. Noch während seiner aktiven Zeit schlug Kompalla eine zweite Eishockey-Laufbahn ein: 1969 absolvierte er einen Schiedsrichterlehrgang und wechselte kurz darauf ins schwarz-weiße Schiri-Dress.

Während seiner Karriere leitete er über 2.000 Erstligaspiele und über 150 Länderspiele, pfiff bei mehreren Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen. Am Beginn seiner Zeit als Schiedsrichter bestritt er zudem die „Summit Series“. Damit wurde er 1972 einem internationalen Publikum bekannt.

Davon handelt das neue Buch des Historikers Dr. Cedric Bolz vom Douglas College in Vancouver, das im Krefelder Verlag Stefan Kronsbein erschienen ist.

Bei den legendären Spielen trafen die Teams aus Kanada und der UdSSR aufeinander. Es gab vier Spiele in Nordamerika, vier in Moskau. Die in Deutschland kaum bekannte „Summit Series“ habe in der kanadischen Gesellschaft den Stellenwert der Mondlandung, so Bolz. Das sechste und achte Aufeinandertreffen pfiff Kompalla in der sowjetischen Hauptstadt. „Jupp war aber bei allen Spielen schon als Beobachter dabei“, berichtet der Historiker. Zudem habe der Krefelder noch zwei Freundschaftsspiele der beiden Mannschaften im schwedischen Stockholm geleitet.

Gerade das letzte Aufeinandertreffen der Teams in Moskau zeugte einmal mehr von einem übertriebenen Einsatz von Gewalt während des Turniers. Das gipfelte in einem Angriff von einem Kanadier auf Kompalla, der ihn mit dem Eishockeystock schlagen wollte. Kompalla versuchte, sich an der Bande vor dem Schlag zu schützen – das zeigt das Titelbild des Buches.

Obwohl die Kanadier die „Summit Series“ letztlich für sich entscheiden konnten, blieb Kompalla dort Jahrzehnte ein „Buhmann“, weil er angeblich gegen die Nordamerikaner gepfiffen habe.

All diese Diffamierungen arbeitete der deutsch-kanadische Historiker in der neuen Publikation auf und entzaubert den kanadischen Mythos mit wissenschaftlichen Fakten.

Das bereits vor einigen Jahren in englischer Sprache veröffentlichte Buch ist in diesem Jahr nun auch auf Deutsch erschienen. Für das Zustandekommen dankte Bolz insbesondere Dr. Christoph Moß, dem ehemaligen stellvertretenden Leiter des Stadtarchivs Krefeld, heute Leiter des Stadtarchivs Wesel, und dem Krefelder Verleger Stefan Kronsbein. Maßgeblich förderten die Kulturstiftung der Sparkasse Krefeld sowie das Autohaus Borgmann die Publikation.

Das vom Krefelder Eislauf Verein 1981 e.V. herausgegebene Buch umfasst 220 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Die Auflage beträgt 1.000 Exemplare und ist im Buchhandel, im Verlag Stefan Kronsbein ([email protected]) sowie im Fanshop der Pinguine und im Fanshop des KEV für 25 Euro zu erhalten.