Geboren am 12. Juni 2024 im britischen Welsh Mountain Zoo ist Qilian als neuer Partner für die in Krefeld geborene Schneeleopardin Dawa vorgesehen. Mit den beiden soll die Schneeleoparden-Zucht in Krefeld in die achte Generation gehen, wie der Zoo mitteilt: „Da Dawa noch keinen Nachwuchs hatte und die Wahrscheinlichkeit einer Trächtigkeit mit dem Alter sinkt, folgte der Zoo der Empfehlung des Europäischen Zuchtprogramms, einen passenden Kater aufzunehmen.“ Übergangsweise leben nun vier erwachsene Schneeleoparden im Zoo, da die Eltern Patan und Dari mit fast 16 Jahren bereits deutliche Altersbeschwerden zeigen.
Die Schneeleopardenhaltung hat in Krefeld eine lange Tradition. Seit 1966 werden die seltenen Gebirgskatzen hier erfolgreich gezüchtet. Damals gehörte der Zoo Krefeld gemeinsam mit dem Zoo Helsinki zu den wenigen Einrichtungen in Europa mit regelmäßigem Nachwuchs: „Viele in Krefeld geborene Tiere zogen später in andere europäische Zoos und stärkten dort die Population.“
In der Natur bleibe der Schneeleopard stark bedroht, teilt der Zoo mit. Hauptursache sei der Klimawandel, der Lebensräume und Beutetierbestände verändere: „Finden die Katzen nicht genug Nahrung, reißen sie vermehrt Ziegen und geraten in Konflikt mit Menschen, die ihre Herden schützen wollen.“ Hinzu komme Wilderei. Die Bestandszahlen sind schwer zu erfassen und werden auf 3.920 bis maximal 6.390 Tiere geschätzt.
Umso bedeutender sei die Arbeit des Artenschutzpartners Snow Leopard Trust (SLT), den der Zoo Krefeld über den ArtenschutzEuro unterstützt: „Diese Hilfe ist besonders wichtig, da internationale Fördergelder teilweise eingefroren wurden. Jeder Zoobesuch trägt dazu bei, Schutzmaßnahmen in den Herkunftsgebieten zu stärken.“
Etwas Geduld sollte mitbringen, wer den „Neu-Krefelder“ Qilian sehen möchte: „Er befindet sich in der Eingewöhnungsphase und ist vor allem in der mittleren Anlage zu sehen.“