Kabarett im Karneval Krefelds Buckelpisten und das 100-Jährige im Fokus der Creinvelter

Krefeld · Die Brauchtumsgesellschaft Creinvelt verzauberte ihr Publikum an zwei Sitzungsabenden mit „Kabarett im Karneval“ im Seidenweberhaus. Im kommenden Jahr steht das 100-jährige Jubiläum auf dem Festprogramm des Vereins, der sich immer mehr öffnet.

Creinvelt 2026

Foto: samla.de

Ob das herrische Schneewittchen, welches die Kult-Kombo der „Pink Propellers“ fest im Griff hat, ein Indiz dafür ist, dass sich zukünftig Frauenpower in den Reihen der Creinvelter durchsetzt, ist fraglich. Eines aber ist klar und offensichtlich: Im 99. Jahr nach ihrer Gründung öffnet sich die Brauchtumsgesellschaft immer mehr für weitere Neuerungen. Seit dem vergangenen Jahr sind auch „Freunde“ eingeladen, bei den Sitzungen, die als Mitgliedsversammlungen firmieren, aufzutreten. Neben dem traditionellen Ausruf „Heil und Humpen“ soll zukünftig auch ein kräftiges „Freud tusame“ gerufen werden. Ein weiteres Novum: Erstmals nahmen auch Damen am Ratstisch Platz. Christa Kuntz (Gästebetreuung) und Martina Borgmann (Öffentlichkeitsarbeit) wurde diese Ehre zu Teil.

Große Galasitzung im Seidenweberhaus: Creinvelt 2026
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Creinvelt 2026

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An gleich zwei Abenden pilgerten die Creinvelt-Anhänger ins bestens gefüllte Seidenweberhaus. Und, dies soll sogleich verraten werden: Sie waren begeistert vom Programm, welches unter dem Motto „Mer fi-ere duur bös 100!“ aufgeführt wurde. Präsident Dr. Georg (Schorsch) Rupp, diesmal als „kleiner Prinz“ getarnt, blickte in seiner Paraderolle als „Spottdrossel“ stets gekonnt auf das Geschehen in der Heimstadt: „Zumindest geopolitisch ist die Welt in Krefeld noch in Ordnung“, urteilte er. Denn: „Frank Meyer bleibt Oberbürgermeister und ist nun auch noch zum ,närrischen Ehrenbürger‘ gewählt worden. Da haben wir den Salat: Ämterhäufung.“ Mit Blick auf den Konflikt zwischen den USA und Grönland „spottete“ er: „Wir aber haben nicht vor, uns Kempen und den Großraum Mönchengladbach anzueignen.“ Der gemeinsamen Olympiabewerbung blickt Rupp freudig entgegen: In der Seidenstadt könnte problemlos der „50-Kilometer-Buckelpisten-Slalom“ ausgetragen werden. Neue Sportstätten seien dafür nicht nötig. „Das werden günstige Spiele.“ Dass Krefeld im SKL-Ranking 2025 als zweitglücklichste Stadt der Republik abschnitt, ordnet er so ein: „Das liegt wahrscheinlich an unserer Zuversicht. Wir sind halt positiv bekloppt.“ Deshalb regt er auch an, hier vor Ort das erste deutsche „Hoffnungsinstitut“ zu gründen, in dem die Bürger lernen können, wie sie neuen Mut, Kraft und Zuversicht schöpfen können. Ganz großartig.

Die Gastspiele des Prinzenpaares (ausgezeichnet!) und der Trommlergruppe der Musikschule Krefeld brachten die festlich gekleideten Besucher gleich zu Beginn in Schwung. Ohnedies waren es zahlreiche musikalische Darbietungen, die für reichlich Stimmung im großen Saal sorgten. Natürlich stachen dabei wie gewohnt die „Pink Proppelers“ - diesmal in Zwergengestalt - besonders hervor. Doch auch das „Schlufflied“ samt mitgetanzter Choreografie sowie die Schäng Blasius Flönz Rakete als „Grillage People“ rissen die Gäste von den Sitzen.

Ex-Prinz Andreas Dams, neuer Spouljong der Creinvelter, trat gleich zweimal auf und brillierte u.a. als Ampelmännchen Meister Ponzelar. Einmal mehr herrlich-erfrischend kamen die Brüder Claus und Rainer Neuwirth rüber, die als Putzfrauen das Programm sprengten und für reichlich Lachsalven sorgten. Ein letzter Vorhang auch für „Creinvelt-Veteran“ Dieter Lorenzen, der mit Bademantel und Rollator seine Lebensweisheiten teilte.

Creinvelt ist gewappnet für das große Jubiläumsjahr 2027 - und die Besucher dürfen sich schon jetzt auf ein neuerliches „Heil und Humpen“ sowie Freud tusame“ freuen.