„Ich appelliere an unsere Unternehmen, die Investitionsmöglichkeiten in der Ukraine zu nutzen“, ermuntert Jürgen Steinmetz die heimischen Betriebe. Immerhin umfasst der Export deutscher Firmen in das kriegsgeplagte Land bereits jetzt rund 4,6 Milliarden Euro.
Der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein und Honorarkonsul der Ukraine hatte zum NRW-Wirtschaftsforum in Neuss den ukrainischen Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, eingeladen. Dieser nahm Gelegenheit, ortsansässige Unternehmen auch in Krefeld zu besuchen.
„Die wirtschaftliche Zusammenarbeit ist ein wichtiger Teil unserer Beziehungen“, unterstrich der Botschafter bei seinem Besuch am Dienstagnachmittag im Krefelder Rathaus. Dort war er von Oberbürgermeister Frank Meyer empfangen worden. Dieser hatte gleich seinen Amtskollegen aus dem niederländischen Venlo, Antoin Scholten, dazugebeten. Denn Krefeld und Venlo bilden mit der ukrainischen Stadt Kropyvnytskyi eine Partnerschaft. Im historischen Ratssaal trug sich der Botschafter ins Goldene Buch der Stadt ein.
„Ich freue mich, dass sich der Botschafter die Zeit genommen hat, unserer Einladung zu folgen“, erklärte Oberbürgermeister Frank Meyer in seiner Ansprache. Die Delegationen hatten zuvor über die Situation in der Ukraine und die Städtepartnerschaft gesprochen. „Wir bewundern das Durchhaltevermögen der Ukrainer“, betonte Meyer, „sie kämpfen auch für unsere Freiheit.“ Er drückte die Hoffnung auf baldigen Frieden aus.
Botschafter Makeiev ging in seiner Ansprache - übrigens in makellosem Deutsch - auf die Städtepartnerschaft und die Pläne zum Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen ein. Zur aktuellen Situation in seiner Heimat beklagte er vor allem die Zerstörung von Kraftwerken. Seine eigene Mutter, die in Kiew lebt, habe seit drei Wochen keine funktionierende Heizung mehr. „Die deutschen Medien berichten gut über die Ukraine“, würdigte er den Informationsstand der Deutschen über die Lage in seiner Heimat.