Im ersten Drittel waren die Pinguine nahezu übermächtig. 17 Torschüsse, einige Großchancen – die Scheibe wollte aber einfach nicht ins Tor der Roten Teufel.
Felix Bick bekam gegen sein Ex-Team nach über neun Minuten den ersten Schuss aufs Tor, den er aber ohne Probleme parieren konnte. Abgesehen von einem Abseitstor spielte die Pinguine-Defensive einen fast makellosen ersten Abschnitt.
Krefeld war auch zu Beginn des Mitteldrittels das bessere Team, Bad Nauheim hatte aber die besseren Chancen.
Zwar konnte Felix Bick die Scheibe gerade so noch mit der Kelle von der Linie kratzen, wenige Minuten später gingen die Gastgeber dann aber doch in Führung.
Philipp Bidoul versenkte die Scheibe auf der Fanghandseite von Bick und brachte die Kurstädter in Front (29.). Danach ging es munter hin und her, mit Chancen auf beiden Seiten, allerdings wollte die Scheibe nach wie vor einfach nicht ins Tor der Roten Teufel.
Schon bevor das Schlussdrittel beginnen konnte, herrschte Chaos im Colonel-Knight-Stadion. Die Pinguine, die eigentlich in Überzahl in den letzten Abschnitt hätten starten sollen, kamen ein paar Sekunden zu spät aufs Eis – und erhielten prompt eine 2-Minuten-Strafe, die den Vorteil wieder verschwinden ließ.
Wenige Minuten später folgte dann eine Matchstrafe gegen Cheftrainer Thomas Popiesch, der einen späten Wechsel der Bad Nauheimer monierte. Die Gastgeber nutzten das Momentum und stellten durch Sebastian Bengtsson auf 2:0 (43.).
Die Pinguine ließen sich aber weder vom Gegentreffer noch von einer sehr strengen Strafzeit gegen Max Newton beirren und verkürzten durch einen Shorthander von Adam Payerl auf 2:1 (44.).
Kurz vor Schluss war es dann Mick Köhler, der nach Zuspiel von Philip Gogulla den Ausgleich erzielen konnte (58.).
In der Overtime ging es dann Schlag auf Schlag - mit vielen Chancen auf beiden Seiten.
In Unterzahl konnte sich Nauheims Schlussmann Gerald Kuhn dann nochmal auszeichnen und seinen 50. Save des Abends gegen Newton und Dybowski machen. Auch im Penaltyschießen präsentierten sich beide Torhüter stark, am Ende sorgte dann Parker Bowles im vierten Anlauf für den 3:2-Endstand.
Exakt einen Monat nachdem die Drei-Punkte-Serie der Pinguine gegen Bad Nauheim begann, endet sie also ausgerechnet gegen die Roten Teufel. Für die Pinguine geht es am Sonntag zu Hause gegen die Blue Devils aus Weiden weiter.
Zahlen zum Spiel:
EC Bad Nauheim – Krefeld Pinguine (0:0, 1:0, 1:2/ 1:0)
Tore:1:0 (28:23) Bidoul (Volek, Koch), 2:0 (42:43) Bengtsson (Koch, Fischer), 2:1 (43:56) Dybowski, Bruch, 2:2 (57:19) Köhler (Gogulla), 3:2 (65:00) Bowles
Torschüsse: 29 – 52
Strafen: Bad Nauheim 10 – Krefeld 12
Zuschauer: 2477
Stimme zum Spiel:
Thomas Popiesch:
Erstmal Glückwunsch an Nauheim zum Sieg. Wir haben im ersten Drittel sehr gut gespielt, es aber versäumt, die Tore zu machen. Im zweiten Drittel haben wir dann nicht so gut und nicht so konsequent gespielt. Nauheim hat dadurch die Momente bekommen, die sie zu Hause haben wollen. Da ging das Spiel dann hin und her.
Wir waren nicht so zufrieden, aber es war trotzdem ein enges Spiel. Deshalb war uns nicht bange, dass wir, wenn wir unser Spiel spielen, zurück in die Partie kommen. Die Mannschaft hat in diesem Jahr schon oft genug bewiesen, dass sie das kann.
Dann macht der Trainer eine schlechte Entscheidung und die Spieler ein paar schlechte Entscheidungen und dann gleitet dir so ein Spiel eben auch aus den Händen. Das ist manchmal nicht gut, aber Fehler passieren. Wir müssen hier stehen und unsere Meinung abgeben.
Zum Schluss gehört da aber auch noch eine dritte Partei dazu, die hier auch ihre Meinung abgeben müsste. Aber die wird nicht zur Rechenschaft gezogen, wir müssen dafür immer geradestehen.
Ich glaube, dass unser zweites Drittel nicht gut war. Nauheim hat eine unglaublich kampfstarke Leistung abgeliefert, die ich damit nicht schmälern will, aber die dritte Partei war heute äußerst schwach.
Ich muss mich entschuldigen, auch bei der Mannschaft und bei der Organisation, weil ich in dem Moment schwach war. Aber wir sind alle nur Menschen, jeder muss zu seinen Fehlern stehen, aber es gibt ein paar, die denken, dass sie das nicht müssten, und das ist schade im Sport.