Künstlerduo Doris&Gilla Originelle Retrospektive

Krefeld · Das Künstlerduo „Doris&Gilla“ arbeitete 20 Jahre zusammen, von 2003 bis 2023. Nun ist eine große Retrospektive auf ihr gemeinsames Werk zu sehen.

Präsentieren das Werk des Duos Doris&Gilla, das sich gern selbst zum Motiv seiner Bilder machte: Künstlerin Gisela Fischer und Jürgen Grünauer, Witwer von Künstlerin Doris Grünwald.

Foto: Stadt Krefeld/Dirk Jochmann

„Die Kunst entsprang aus unserer Freundschaft“, blickt Gisela Fischer auf das gemeinsame künstlerische Schaffen mit Doris Grünwald zurück. Die Freundin ist 2023 verstorben. Jetzt präsentieren deren Witwer Jürgen Grünauer und Gisela Fischer in einer spannenden Ausstellung das vielfältige Werk des Künstlerduos, das als „Doris&Gilla“ firmierte.

Gerne adaptierte das Duo Motive klassischer Gemälde. So sind auf dem Bild „Fischmarkt“ aus dem Jahre 1595 zwei Damen mit Körben beim Einkauf zu sehen. Gilla&Doris haben das Motiv nachgestellt; nur eben mit modernen Einkaufkörben aus dem Supermarkt und sich dabei in einer fantasievollen Bekleidung, die ans Mittelalter erinnert, fotografieren lassen. In einem anderen Raum sind farbige Keilrahmen in einer Weise gestapelt, dass sie deutlich an das berühmte Gemälde des Romantikers Caspar David Friedrich erinnern, das ineinander verschachtelte Eisschollen auf gefrorenem Wasser zeigt.

Aber auch Zeitungsfotos inspirierten die beiden Frauen. Ein Bild aus Japan zeigt ältere Menschen im Sammelquartier, die sich gegen die Kälte in Decken hüllen. „Wir haben uns getragene Kleidungsstücke besorgt und zusammengenäht“, erklärt Gisela Fischer und verweist auf eine ihrer Fotoserien. Sie selbst hat sich in die Gewänder bis zur Unkenntlichkeit ihrer Person gewickelt und sich dadurch in eine lebende Skulptur verwandelt.

Die Beispiele belegen, dass sich die beiden Künstlerinnen vielfach selbst zum Motiv ihrer Bilder haben werden lassen. Eine konsequente Folge ihrer innigen Freundschaft, die das gemeinsame Kunstschaffen erst ermöglichte.

Sie belegen ebenfalls die Vielfalt ihrer Techniken. Manche Objekte sind aus Stoff genäht, andere geklebt, Performance vermischt sich mit Fotografie. Besonders pfiffig ist ein blau schimmerndes Gemälde, das die Eiseskälte spürbar widerspiegelt und tatsächlich aus medizinischem Kühlmittel gestaltet wurde.

Zu sehen ist die Ausstellung in der Galerie „Prettyland“ am Südwall 55, die eigens für diese Ausstellung geöffnet ist. Sie füllt in dem atmosphärischen Altbau die Räume über drei Etagen. Feierliche Eröffnung ist am 16. Januar um 18 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 27. Februar.

Öffnungszeiten sind samstags und sonntags von 11 - 16 Uhr sowie mittwochs und freitags von 14 - 18 Uhr. Überdies können gesonderte Termine vereinbart werden: Ansprechpartner ist Jürgen Grünauer unter Tel.: 0177- 430 76 29. Das Kulturbüro der Stadt Krefeld unterstützt die Retrospektive.