Einzelhandel zieht Bilanz City: Mehr Besucher, weniger Umsatz

Krefeld · Das Jahr 2025 war für den Einzelhandel in Krefeld herausfordernd. Viele Händlerinnen und Händler mussten sich gegen anhaltende Kaufzurückhaltung und vielfältige Belastungen behaupten. Auch für 2026 ist keine Entspannung in Sicht.

Mehr Besucher kamen 2025 in die Krefelder Innenstadt (hier ein Bild von „Krefeld pur“). Foto: Archiv

Foto: Alexandra Rottmann

Die Jahresbilanz des Handelsverbands weist entsprechend ein gemischtes Fazit aus. Zu den zentralen Belastungen zählen laut Rückmeldungen aus den stationären Geschäften in Krefeld die Kaufzurückhaltung der Kunden aufgrund eines allgemeinen Gefühls der Verunsicherung, Bürokratiebelastung, die Mindestlohnentwicklung, Preissteigerungen in allen Bereichen, sowie der Umsetzungsstau bei innerstädtischen Projekten mit Signalwirkung. Exemplarisch belegen das die folgenden Aussagen.

Handelsverbandsvorsitzender Hartmut Janßen sagt: „2025 mussten viele Händlerinnen und Händler sehr kämpfen. Selbst das Weihnachtsgeschäft schwächelt zunehmend.“

Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Christoph Borgmann, ergänzt: „2025 war nicht gut. In meinem Unternehmen hatte ich nach der Schließung des Kaufhofs einen gravierenden Frequenzrückgang zu verzeichnen. Unser Ziel für 2026 ist es, den Frequenzverlust zu stoppen und mehr Kunden zu gewinnen.“

„Der Umsatz blieb im Dezember auf Vorjahresniveau. Problematisch sind jedoch die steigenden Kosten, die die Margen zunehmend unter Druck setzen.“, sagt Sandra Lemke, Inhaberin von lechner + hayn.

Steffen Sommer, Mitinhaber der gleichnamigen Bäckerei, macht auf die Bedeutung des Standorts für die geschäftliche Entwicklung aufmerksam: „Wir verzeichnen je nach Filiale eine sehr unterschiedliche Entwicklung. Diese reicht von einem guten Plus bis hin zu einem traurigen Minus. Gewinner waren die Stadtrandlagen.“

NRW weit meldete rund die Hälfte der Betriebe geringere Umsätze als im Vorjahr, ein Drittel hielt das Niveau, knapp ein Fünftel erzielte Zuwächse. Besonders enttäuschend fiel das Weihnachtsgeschäft aus: Mehr als die Hälfte der Unternehmen bewertete es schlechter oder viel schlechter als 2024.

Für 2026 wagt der Handelsverband NRW einen vorsichtig optimistischen Ausblick. Mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einer stagnierenden wirtschaftlichen Situation, knapp ein Drittel erwartet Umsatzzuwächse oder konstante Umsätze.

Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie abhängig der stationäre Handel von Verbrauchervertrauen und stabilen Rahmenbedingungen ist. Gleichzeitig unterstreicht es die Notwendigkeit, sich stärker auf Digitalisierung und attraktive Einkaufserlebnisse einzustellen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Hoffnung macht in Krefeld, dass 2025 auf der Hochstraße rund 180.000 Passanten mehr gemessen wurden als 2024, das sind etwa 600 Menschen mehr je Verkaufstag. Allerdings bedeutete dieser Zuwachs kein Plus in den Geschäften. Das gilt es 2026 zu ändern und noch mehr Menschen für einen Besuch in der Innenstadt zu gewinnen. Dazu soll eine Sonderkampagne beitragen, die im Rahmen des Stärkungspakets Innenstadt beschlossen worden ist.

Abschließend äußert der Geschäftsführer des regionalen Handelsverbandes, Markus Ottersbach: „Um mit einem weiteren Vorurteil aufzuräumen: Wir haben es nicht mit einem Krefelder Problem zu tun, sondern mit einem deutschlandweiten. Das zeigt der Frequenzvergleich mit anderen Städten.“