Verleihung des Rheinlandtaler am Donnerstag im Schloss Neersen Ehrung für Eheleute Adomeitis

Stadt Willich · Am Donnerstagnachmittag wurden Petra und Stephan Adomeitis für ihr ehrenamtliches und inklusives Engagement vom LVR mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet.

Verleihung des Rheinlandtalers am Donnerstagabend für Petra und Stephan Adomeitis. Unser Foto zeigt von links Claudia Poetsch (GRÜNE Willich), Bürgermeister Christian Pakusch, Stephan Adomeitis, Karin Schmitt-Promny (LVR), Elisabeth Lehnen (stellvertretende Landrätin für den Kreis Viersen) und MdL Guido Görtz (beide CDU).

Foto: Norbert Prümen

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) zeichnet Petra und Stephan Adomeitis für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches und inklusives Engagement in den Bereichen Teilhabe in Gesellschaft, Politik und Kultur sowie inklusiver Sozialraum mit dem Rheinlandtaler in der Kategorie „Gesellschaft“ aus.

Das Ehepaar leistet seit über 25 Jahren monatlich bis zu 70 Stunden Ehrenamt für inklusive Sportgruppe in ihrem Verein, dem TV Schiefbahn 1899 in Willich. „Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. Er hat die Kraft, zu inspirieren. Er hat die Kraft, Menschen zusammenzubringen“, zitiert Karin Schmitt-Promny, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, in ihrer Ansprache Nelson Mandela. „Wir ehren heute in genau diesem Sinne zwei Menschen, die die Kraft des Sports erkannt haben und sie in ganz wunderbarer Weise für Kinder mit und ohne Behinderung nutzen. Wir ehren ein Ehepaar, für das Inklusion keine leere Worthülse ist, sondern sie mit ihrem herausragenden Engagement mit Leben füllen und erlebbar machen. Wir ehren Menschen, die zeigen, was möglich ist, wenn man nicht fragt, ob etwas geht – sondern wie. Wir ehren Persönlichkeiten, die jeden Tag aus Überzeugung ‚Ja, zu Inklusion und Toleranz’ sagen“, so Schmitt-Promny weiter. Im Mittelpunkt des Engagements von Petra und Stephan Adomeitis stehen Kinder mit und ohne Behinderung. Um ihnen die Möglichkeit einer sportlichen Betätigung zu geben, schufen sie Anfang der 2000er-Jahre beim TV Schiefbahn 1899 in Willich unter dem Namen „Barrierefreier-Integrativer Sport“ eine Sportgruppe.

Aus der Betreuung von anfangs sechs Kindern ist inzwischen ein Sportangebot für etwa 130 Aktive im Alter zwischen drei und 26 Jahren geworden. Hier kommen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Behinderung, mit und ohne Migrationshintergrund und mit unterschiedlichsten familiären Hintergründen zusammen. Petra und Stephan Adomeitis engagieren sich als Übungsleiter und ließen sich zur gezielten Förderung der Kinder auf verschiedene Krankheitsbilder schulen. Sie stehen fast jeden Tag nach ihrer Arbeit in der Turnhalle oder auf dem Rasen. Nach eigener Schätzung 60 bis 70 Stunden im Monat. Wichtig ist den beiden, dass alle miteinander völlig normal umgehen. Es gibt keine Berührungsängste. Niemand darf beleidigt, ausgelacht oder ausgegrenzt werden.

Petra und Stephan Adomeitis verbinden damit die Hoffnung, dass sich dieser selbstverständliche Umgang auch auf das spätere Leben auswirkt und Nicht-Behinderte-Menschen mit Behinderung auch als Erwachsene nicht ausgrenzen. Das Sportangebot ist vielfältig und reicht von Turnen, Spielen, Toben über Trampolinspringen auf dem Großtrampolin, einer Rollstuhlgruppe/Rollstuhlbasketball bis hin zum Fußballspielen. Es gibt auch eine Kampfsportgruppe, die die Konzentration, die Reaktion und Feinmotorik fördert und Aggressionen abbaut. Im Jahr 2009 hat es auch erstmals das Angebot „Sportabzeichen Barrierefrei“ gegeben. Die Kinder und Jugendlichen kommen nicht nur aus Willich oder den umliegenden Städten. Es gibt auch Familien, die eine Entfernung von 30 Kilometern und mehr in Kauf nehmen, weil es ein vergleichbares Angebot in ihrem Wohnumfeld nicht gibt. Auch Kinder, die ihr zu Hause wegen Krieg oder aus anderen schlimmen Gründen verlassen mussten, werden hier einbezogen. „Mit ihrem Engagement bringen Sie Licht in unsere Gesellschaft, die gerade in den letzten Jahren wieder allzu oft von Dunkelheit geprägt ist. Ein Licht, das Hoffnung und Stärke gibt und das ganz eng mit ihnen selbst verbunden ist. Für dieses Leuchten innerhalb der Gesellschaft darf ich ihnen heute mit großer Freude den Rheinlandtaler überreichen“, so Schmitt-Promny abschließend.

Schüler aus Indiana zu Besuch
US-amerikanische Austauschschüler des Lise-Meitner-Gymnasiums zu Gast auf Schloss Neersen Schüler aus Indiana zu Besuch