Die Idee des Inklusionssports hatten Stephan und Petra Adomeitis, die bis heute die Integrativen Gruppen verantworten, 2001 entwickelt. „Petra war damals Inklusionshelferin in der Hubertusschule und brachte die Idee mit. Wir haben einen Verein gesucht und fanden bei Ulrike und Klaus Bamberg und dem TV Schiefbahn ein offenes Ohr“, sagt Stephan Adomeitis. Das Ganze habe sich zu einer Zeit entwickelt, als Behinderte in Sportvereinen noch gar nicht denkbar gewesen seien. „Wir haben mit Kindersport angefangen, aber sie wurden ja älter und es gibt nichts anderes für sie. Deswegen haben wir heute eine Altersspanne von drei bis 36 Jahre“, so Adomeitis. Insgesamt sind es zurzeit rund 100 Kinder, wie die Adomeitis sagen. Mit dabei sind seit Jahren Kinder und Jugendliche aus in Wiliich lebenden Flüchtlingsfamilien (Ukraine, Kirgisistan oder arabischen und afrikanischen Ländern) oder aus Familien mit geringem Einkommen, die dann keinen oder nur einen geringen Beitrag zahlen. Einige kommen auch aus umliegenden Städten.
An drei Nachmittagen / Abenden pro Woche sind die Adomeitis und ihre Helfer/-innen im Einsatz – teils in der Sporthalle, teils auf dem Fußballplatz. Mittwochs geht es los: Dann wird das große Trampolin in der Sporthalle der Hubertusschule aufgebaut – um 17 Uhr beginnt die Gruppe der Fünf- bis Zehnjährigen, dann kommen die „Ü-10er“ und dann die „Ü-15er“. Am Donnerstag ist die Zeit von 16 bis 18 Uhr fürs Turnen, Spielen und Toben vorgesehen, danach ist Kampfsporttraining. Pausieren muss derzeit das Angebot des Rollstuhl-Basketballs – wegen der Baumaßnahmen an der Hubertusschule ist der Material-Container nicht zugänglich. Am Freitag geht es auf den Sportplatz Siedlerallee: Ab 16 Uhr spielen die Sechs- bis Zwölfjährigen Fußball, ab 17 Uhr alle über zwölf Jahre.
Im Jahresverlauf lockert das Team die Sport-Angebote immer wieder mit Aktionstagen und den traditionellen Ferienspielen im Sommer auf: So gibt es Trainingseinheiten mit Trainern des DFB-Mobil – und auch Ballett ist keineswegs ein Fremdwort: Seit mehreren Jahren kommt das Bundesjugendballett Hamburg zu Workshops mit den Kindern des TVS – und es sind schon berührende Aufführungen der jungen Profi-Tänzer mit den Kindern und Jugendlichen entstanden. Musikalisch unterstützt das Landespolizeiorchester NRW. Zusätzlich organisiert das Team immer wieder Ausflüge – so durften die Kinder / Jugendlichen 2024 als Spalierkinder bei der Hauptrunde der Handball EM in Köln dabei sein – beim Spiel Island gegen Kroatien. Auch „auf Schalke“ waren die Kinder schon: 2023 spielten sie auf dem Trainingsplatz des FC Schalke 04 gegen die Damen-Mannschaft des S04 spielen. Ein Highlight sind die Ferienspiele in den Sommerferien – mit Ausflügen immer mittwochs zum Beispiel in eine Falknerei, in die Movie World nach Bottrop oder in Kletter- und Tierparks. Der krönende Abschluss: der „Wassermatschtag“, der mit tatkräftiger Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Schiefbahn, Planschbecken und Hüpfburg, jeder Menge Wasserbomben und Eiscreme stattfindet.
„Viele Angebote sind für unsere Kinder und Jugendlichen kostenlos. Der TVS finanziert sie aus Spenden, damit wirklich alle teilnehmen können. Da sind wir für jede Unterstützung dankbar“, so Ulrike Bamberg, Geschäftsführerin des TVS. Familien mit geringem Einkommen erhalten zudem eine Ermäßigung auf den Vereinsbeitrag. Ulrike Bamberg spricht im Einzelfall mit der Familie, wie eine finanzielle Regelung aussehen kann. Dem Verein sei es wichtig, das inklusive Angebot aufrecht zu erhalten. „Sportangebote für Kinder mit Einschränkungen zusammen mit gesunden Kindern gibt es in der Region nicht viele. Für uns gehört das zum Prinzip der Teilhabe aller und wir möchten das weiter fördern“, so der Vereinsvorsitzende Michael Pfeiffer.