Das Projekt „Work-Connect“ verfolgt das Ziel, nach dem es im erläuternden Untertitel benannt ist: Geflüchtete Menschen in Arbeit zu bringen. Und das mit belegbarem Erfolg: 45 Personen konnten seit September in verschiedene Arbeitsverhältnisse eingebunden werden, 27 davon in unbefristete, sozialversicherungspflichtige, die anderen in Mini-Jobs, Ausbildungen oder Praktika.
Zur Vorgeschichte: Nachdem der Sozialausschuss im letzten Jahr über Arbeitsverpflichtungen für Asylsuchende diskutiert hatte, war man sich im vorrangigen Ziel einig: Möglichst viele geflohene Menschen in echte, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln, und die Verwaltung wurde beauftragt, entsprechende Wege und Werkzeuge zu finden – und 2026 das Ergebnis zu präsentieren.
Was jetzt im Sozialausschuss erfolgte. Wie die zuständige Beigeordnete Dr. Sarah Bünstorf unter anderem ausführte, betreibt die Stadt seit einigen Monaten noch zielgerichteter und gebündelter als zuvor die Integration in Arbeit. Und das mit Hilfe der eigenen städtischen Flüchtlingssozialarbeit, dem BISS („Institut für Bildung, Integration, Stabilität und Soziales e.V.“), vor allem wird aber auch auf der Basis des bestehenden Integrationskonzepts das gute vorhandene Netzwerk der Sozialarbeitenden, die ohnehin ja regelmäßig in Kontakt mit den Geflüchteten sind, genutzt. Und auch die Hausmeister in den Einrichtungen, die gleichzeitig de facto als Integrationshelfer wirken, werden eingebunden. Und nicht zuletzt wurden und werden vorhandene Kontakte zu lokalen Unternehmen ausgebaut.
Die Vermittlung von Geflüchteten in Arbeitsverhältnisse und Arbeitsgelegenheiten wird von allen Beteiligten ohnehin als stetig laufender Prozess betrachtet. Schon seit der Zuweisung der ersten Geflüchteten in den Jahren 2015/16 laufen auf vielen Ebenen mannigfaltige Aktivitäten des Teams Sozialarbeit zur Förderung der Integration (Integrationskonzept „Die Stadt Willich ist vielfältig und bunt“) und das natürlich auch letztlich mit dem Ziel, geflüchtete Menschen in Arbeit und Ausbildung zu bringen.
Konkreter erster Schritt ist dabei oft, laufend Arbeitsgelegenheiten im Sinne des Asylbewerberleistungsgesetzes anzubieten: Laut gesetzlicher Regelung sind das „Arbeitsgelegenheiten bei staatlichen, bei kommunalen und bei gemeinnützigen Trägern, wenn das Arbeitsergebnis der Allgemeinheit dient.“ Dafür gibt es eine Aufwandsentschädigung von 80 Cent je Stunde, grundsätzlich handelt es sich um Hilfstätigkeiten: Reinigung der Treppenhäuser und Grünanlagen, leichte Grünflächenarbeiten, Transporthilfstätigkeiten und leichte Renovierungsarbeiten. In diesem Bereich waren zuletzt zwölf Personen in zwei Gemeinschaftsunterkünften im Stadtgebiet auf der dargestellten Grundlage tätig.
Nur ein erster Schritt, um Geflüchtete zu integrieren und ihnen möglichst aus den sozialen Leistungssystemen herauszuhelfen. Um die Integrationsleistung weiter zu verbessern, zu intensivieren und an den Qualifikationen und Kompetenzen der Geflüchteten auszurichten, wurde eben eine Arbeitsgruppe mit Mitarbeitern des BISS, den Sozialarbeiterinnen und zwei Integrationshelfern der Wohnungsstelle des Geschäftsbereichs Soziales ins Leben gerufen. Hier werden Beschäftigungsmöglichkeiten zielgenauer identifiziert und sowohl niederschwellig als auch unbürokratisch mit den Fähigkeiten, Neigungen und Ressourcen der geflüchteten Menschen übereingebracht. Bünstorf: „Die Kollegen zusammenzubringen, die aus ihrer täglichen Praxis die Menschen, ihre Biografie, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen, aber eben auch eventuelle Problemlagen kennen, ist ein ganz wesentlicher Faktor für den möglichen Erfolg einer Integration in den Arbeitsmarkt.“
Vorhandene Kompetenzen und Qualifikationen werden also in Blick auf eine zielgerichtete Vermittlung erfasst, interessierte und geeignete Personen werden also an Firmen und Betriebe, Schulen, Ausbildungsstellen und Universitäten vermittelt. Auch werden Praktika eingestielt, damit Firmen die Gelegenheit bekommen, die Fertigkeiten der potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenzulernen.
Letztlich wird auch das Ziel verfolgt, Geflüchteten den Abschluss von eigenen Mietverträgen auf dem Wohnungsmarkt zu erleichtern – klar: Wer einen festen Job hat, tut sich dann auch auf dem umkämpften Wohnungsmarkt leichter.
Das Feedback aus den Firmen, die Geflüchtete beschäftigen, ist bis auf wenige Ausnahmen absolut positiv. Was Bünstorf in jedem einzelnen Fall aufrichtig freut: „Weil wir hier eben mit Menschen arbeiten – nicht mit ,Fällen‘“.
Diesen Ansatz konnte auch der Sozialausschuss in seiner letzten Sitzung gut nachvollziehen und hat die Aktivitäten der Arbeitsgruppe mit großer Zustimmung zur Kenntnis genommen.