Schon im Eingangsbereich der Halle empfängt Besucher ein frischer Farbduft. Die Wände sind bis auf Schulterhöhe in einem sanften Taubenblau gestrichen, darüber strahlt alles in hellem Weiß. „Auch die Säulen in der Turnhalle werden in diesem hellen Blau gestrichen“, erklärt Bauingenieur Ron de Haan und deutet auf den Gerätebereich. „Wir haben die Gelegenheit genutzt, um ohnehin anstehende Modernisierungsmaßnahmen direkt mit umzusetzen“, ergänzt Fachbereichsleiter Jörg Friedenberg.
Hintergrund? Rund zwei Jahre lang diente die Hans-Hümsch-Halle als Notunterkunft für Flüchtlinge – mangels alternativer Unterbringungsmöglichkeiten. Zunächst lebten dort etwa 45 alleinstehende Männer, zuletzt waren es noch 36. Seit Dezember 2025 sind alle in die neue Unterkunft am „Grüner Weg“ umgezogen. Seitdem wird die Halle Schritt für Schritt für den Sportbetrieb wiederhergestellt. Zu den Osterferien will man fertig sein.
Der Rückbau des Laminats, das zum Schutz des Hallenbodens verlegt worden war, stand an erster Stelle. „Der Boden ist in einwandfreiem Zustand und benötigt keine Überarbeitung“, betont de Haan. Auch der Rest des Gebäudes war in gutem Zustand – ein Zeichen dafür, dass es pfleglich behandelt wurde. Lediglich die zur Küche umfunktionierte Schiedsrichterkabine benötigte eine gründliche Reinigung, wie sie auch in Sanitärbereichen üblich ist. Parallel dazu wurden Modernisierungen wie eine neue Elektrounterverteilung umgesetzt.
Bis zu 45 Männer hatten hier in einem offenen Raum gewohnt. Der angrenzende, etwa 50 Quadratmeter große Geräteraum diente als Gemeinschaftsraum. Derzeit leben 483 Geflüchtete in der Stadt, davon haben 175 einen rechtsgültigen Aufenthaltstitel. Die Stadt verfügt über Kapazitäten für 575 Personen – es bestehen also noch etwa 90 freie Unterbringungsplätze. Monatlich werden Tönisvorst im Schnitt zehn neue Geflüchtete zugewiesen. Aktuell sind 69 Personen in Mehrfamilienhäusern, 153 in Containern, 83 in einer Turnhalle und 177 in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht.