„Als ein Mitglied des Tambourkorps ihr Hospiz in Erinnerung an unseren zu früh verstorbenen Leiter Guido Bohn als Spendenzweck vorschlug, waren wir uns alle einig: Das ist richtig – es gab keinen Gegenvorschlag“ - Stefan Gehlen, Geschäftsführer Tambourkorps Germania Willich 1926, Roman Smolarek (1. Vorsitzender), Markus Berger (2. Vorsitzender), Said Mohamud (Jubiläums-Organisation) sowie Jubiläums-Schirmherr Guido Görtz übergaben Alexander Henes (Gesamtleiter Hospiz Krefeld) jetzt eine Spende von 4 000 Euro. Diese beeindruckende Summe hatten die Musiker anlässlich ihres Festwochenendes zum 100-jährigen Bestehen des Tambourkorps gesammelt.
Der Hintergrund: Von vornherein sei klar gewesen, dass die „Germanen“ keine Geschenke für die eigene Verwendung haben wollten, sondern dass das Wochenende einem guten Zweck gewidmet sein sollte. Im Krefelder Hospiz am Blumenplatz hatte Guido Bohn seine letzte Lebensphase verbrachtet – so war das Korps in Kontakt zu dem Thema Hospiz-Arbeit gekommen.
„Unsere Gäste haben unsere Idee fantastisch mitgetragen. Die Spenden-Sammeltrommel war schon beim Jubiläumskonzert des Korps mit den Kleinenbroichern am Freitagabend voll. Auch beim Frühschoppen am Sonntag haben wir – mit moralischer Verstärkung unserer Kinder – noch eine schöne Summe gesammelt“, berichteten Said Mohamud und Stefan Gehlen: Die Kleinenbroicher hätten für den guten Zweck kostenlos gespielt und einen anderen Termin abgesagt.
Alexander Henes dankte den Tambourkorps-Mitgliedern für ihre tolle Aktion. „Das Schützen und Bewahren ist im Brauchtum wichtig. Ein anderer Gast wollte gerne noch einen Uerdinger Ex-Prinzen kennenlernen – als wir ihn anriefen, kam er sofort“, so Henes. Er schilderte, warum Spenden in der Hospiz-Arbeit so wichtig sind: Hospize erhalten für einen Gast immer nur 95 Prozent des Pflegesatzes, den Rest sowie alle unterstützenden Angebote und Therapien müssen sie über Spenden finanzieren. „Wir müssen uns immer wieder auf Veränderungen einstellen: Heute kommen auch Gäste mit digitaler Ausrüstung – da brauchen wir Glasfaser, weil eine 1000er-Leitung zum Streamen für alle nicht reicht“. Ebenso sei der Garten für die Gäste und ihre Angehörigen ein sehr beliebter Aufenthaltsbereich – die Unterhaltung koste aber Geld.
Für Guido Görtz war es „...der Reiz am Niederrhein, dass viele feiern und immer auch an andere denken“. Das bekräftigte Stefan Gehlen: „Das Brauchtum muss zeigen, dass es in der Mitte der Gesellschaft steht und etwas Gutes tun möchte.“
Zum Abschluss des Besuchs führte der Hospiz-Leiter die Besucher in den „emotionalsten Bereich des Gartens“ – zum Wasserspiel „Himmelsleiter“ und den Stelen, in den die Erinnerungssteine für verstorbene Gäste aufbewahrt werden. „Wir vergessen niemanden – manche Familien nehmen den Stein mit nach Hause, manchmal möchten die Gäste aber auch, dass der Stein hierbleibt.“