Donnerstagmorgen auf der Freilichtbühne vor dem Schloss Neersen. Hannes Ducke (spielt den Campingwart Ralf) und Evangelos Sargantzo (spielt den jungen Martin) üben gerade ihre Sprechrollen.
Was gestern wie aus einem Guss wirkte, gespielt und gesungen wurde, klang am Donnerstag noch etwas hakelig. Kein Wunder, denn das Ensemble probte erst seit Montag in Neersen. „Zehn bis zwölf Stunden jeden Tag“, betonte Hannes Ducke. Trotzdem konnte Regisseur Oliver Geilhardt gestern zufrieden sein. Stand er im letzten Jahr noch mit „Fishermen & Friends“ auf der Festspielbühne, saß er nun zwischen den Zuschauern und schaute sich das Stück von der Tribüne an. „So lerne ich eben beide Seiten kennen - außerdem macht mir die Arbeit hier in Neersen sehr viel Spaß“, so der Regisseur.
Ganz neu ist das Stück nicht - das seine Premiere 2023 feierte. „Das Stück ist wieder eine Zusammenarbeit mit der Komödie Braunschweig am Altstadtmarkt“, erklärt Intendant Jan Bodinus. Da wundert es eben nicht, dass dem ein oder anderen Zuschauer auch die Schauspieler bekannt vorkommen mussten. „Es ist dasselbe Ensemble, dass bereits im letzten Jahr mit Fishermen & Friends begeistert hat“, so der Intendant weiter. Neben Hannes Ducke und Evangelos Sargantzo sind Larissa Heimbach (spielt Selke) und Claudia van Veen (spielt Mutter Anita) mit dabei. Vom Ensemble des Kinderstücks und des ersten Abendstückes ist noch Sebastian Teichner (spielt den Vater) mit dabei.
Ähnlich wie bei den Fishermen geht es auch bei „Aber bitte mit Schlager“ um Liebe, Irrungen und Wirrungen, viel Musik gepaart mit einer kräftigen Portion Nostalgie und 70er-Jahre Ostseeromantik.
„In 90 Minuten präsentieren wir 22 Schlager - die meisten aus den 70ern, ein paar aus den frühen 80ern“, verrät Regisseur Geilhardt. Exklusiv für Neersen hat das Team noch einen weiteren Song ins Programm aufgenommen: „Ohne Dich“ von der Münchener Freiheit.
Unter’m Strich ist „Aber bitte mit Schlager“ ein Stück für alle Generationen, wie es Oliver Geilhardt zusammenfasst. „Das ist Urlaubsfeeling bei den Festspielen und etwas Sonne fürs Herz“, ergänzt Jan Bodinus.
Tatsächlich war die Stimmung bei der Premiere mehr als gut. Bei Liedern wie „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“, „Anita“ oder „Fiesta Mexicana“ hielt es niemanden mehr auf den Stühlen. Ganz gleich, ob man nun Schlager mag oder nicht, ob man ein Kind der 70er ist oder auch nicht - bei „Aber bitte mit Schlager“ bekommt man einfach gute Laune - und mitsingen kann man alle Lieder, zumindest den Refrain kennt doch irgendwie jeder.
Und wenn man dann im Publikum ältere Paare reden hört „...weißt Du noch damals...“ dann macht das Stück genau das, wofür es geschrieben wurde: Emotionen und Erinnerungen wecken. Einfach schön eben.