Interview mit Henriette Hellwig-Stieger „Nicht reden, konkret gstalten“

Stadt Willich · Henriette Hellwig-Stieger steht seit einem halben Jahr an der Spitze der städtischen Grundstücksgesellschaft. Wir trafen sie zum Halbjahresgespräch.

Henriette Hellwig-Stieger ist seit einem halben Jahr an der Spitze der städtischen Grundstücksgesellschaft. Foto: Christiane Reuter

Foto: Christiane Reuter/Christiane ReuterMein kleines A

Die Zeit rast: Henriette Hellwig-Stieger steht inzwischen schon mehr als ein halbes Jahr operativ verantwortlich an der Spitze der städtischen Grundstückgesellschaft (GSG, Bürgermeister Christian Pakusch ist qua Amt Co-Geschäftsführer). Nach einer gemeinsamen Übergangsphase mit ihrem Vorgänger Willy Kerbusch steht sie seit Januar allein „am Ruder“ – Anlass genug nachzufragen, wie es läuft, welche Schwerpunkte sie setzten möchte, wo die Reise aus ihrer Sicht hingeht.

Frau Hellwig-Stieger, ganz platt gefragt – wie läuft’s? Gefällt ihnen der Job? Haben Sie sich das so vorgestellt?

Klare Frage, klare Antwort: Gut läuft’s. Und ja, es macht mir Spaß.

Was genau macht Spaß?

Gestalten zu können. Im März haben wir im Rahmen einer Klausurtagung mit Geschäftsführung und Aufsichtsrat eine „Vision 2030“ entwickelt – das hat Potential….

…und klingt – pardon – erstmal dezent abgehoben.

Ist aber inhaltlich das genaue Gegenteil: Ganz konkrete Ziele und Ideen für die Stadt und ihre Bürger.

Die da wären?

Grundsätzlich soll die Grundstücksgesellschaft erstmal weiterhin sichtbarer Mitgestalter der Stadtentwicklung und verlässlicher Partner für die Stadt sein – in Sachen Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Geht das bitte konkreter?

Aber gerne. Wir entwickeln Flächen für Arbeitsplätze und damit die wirtschaftliche Stärke des Standorts: Projekte Münchheide V und VI, Revitalisierung von Bestandsimmobilien in älteren Teilen von Münchheide. Aber auch das Thema „bezahlbarer Wohnraum“ ist eine Herausforderung: eher ein gesellschaftlicher Auftrag mit Blick auf das Leben des Bürgers als nur Fokus auf reine Immobilienentwicklung. Apropos Bürger: Unsere vier Innenstädte sind ein weiterer, ganz wesentlicher Schwerpunkt. Da findet bestenfalls das gemeinsame Leben statt. Dafür muss man was tun: Die Innenstädte stärken und beleben - zusammen mit dem Citymanagement und den Akteuren vor Ort Angebote machen, aber eben auch Leerstand verhindern und beseitigen, Baulücken schließen. Die City als erlebbarer Treffpunkt, wo was los ist, geboten wird, in der man sich auch Zuhause fühlen kann.

Wie sehen Sie die GSG generell aufgestellt?

Als Team wirklich gut. Schlanke Strukturen, die ich unbedingt beibehalten möchte, moderne Prozesse, das weitere Digitalisieren von Prozessen, die Nutzung von KI vorantreiben – nicht als angesagten Selbstzweck, sondern da, wo es wirklich Sinn macht. Und das Team zieht da voll mit - was meinem Arbeitsstil generell sehr entgegenkommt. Kooperation, gemeinsam, miteinander, partnerschaftlich – kein Einzelkämpfertum. Im Team, aber auch darüber hinaus: Die enge und wirklich vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung, Politik, Wirtschaft, Investoren und unseren weiteren Partnern ist aus meiner Sicht unabdingbare Voraussetzung für Erfolg. Der dann eben auch ein gemeinsamer ist.

Apropos Erfolg: Woran machen Sie den Erfolg fest, woran möchte sich die GSG-Geschäftsführerin Henriette Hellwig-Stieger messen lassen?

Daran, dass wir konkrete Ergebnisse liefern. Nachvollziehbar in Zahlen, aber eben auch sichtbar, konkret für den Bürger. Keine Sonntagsreden, sondern Projekte konkret und verlässlich umsetzen. Das ist für mich Erfolg.