Neues Proramm vom Willicher Kunstverein Kunst, Karneval, eine bessere Welt

Stadt Willich · Das Programm ist jetzt erhältlich: Mit einem vielseitigen Angebot startet der Willicher Kunstverein in die zweite Jahreshälfte.

Kunst steht natürlich auch in der zweiten Jahreshälfte im Programm des Willicher Kunstvereins. Hier ein Werk von Rike Oetzel mit dem Titel „Immer wieder montags“ wird auch dieses Jahr wieder dabei sein.

Foto: Klaus Kirchberg

„Wir besuchen die Klassiker wie Franz Marc und setzen uns auch mit ganz aktuellen politischen Themen auseinander. Das macht unser Angebot so spannend“, sagt Klaus Behrla, erster Vorsitzender des Willicher Kunstvereins. „Das Besondere dabei: Wie immer gibt es bei allen Terminen ausgewiesene Experten, die uns durch die Ausstellungen führen. Diese Führungen sind für unsere Mitglieder kostenlos.“

Spannend wird es im August auf Schloss Moyland. Kunstinteressierte aus Willich treffen Angela Steffen, die Leiterin des Forschungsprojektes „Laborraum - Joseph Beuys und der Nationalsozialismus“. Thema der Führung ist die kritische Aufarbeitung der Geschichte des Künstlers Joseph Beuys (1921–1986). Der Fokus liegt dabei auf seiner Rolle im Nationalsozialismus sowie seiner späteren Positionierung hierzu. Die Stiftung Museum Schloss Moyland besitzt den umfangreichsten Bestand von Werken des Künstlers und verfügt auch über ein einzigartiges Archiv von und zu Joseph Beuys.

Am 19. September lädt der Kunstverein zur Eröffnung seiner Jahresausstellung in Schloss Neersen unter dem Thema ANSICHTSSACHE. Der Titel bezieht sich auf den stets persönlichen Blickwinkel der Künstlerinnen, Künstler wie auch der Betrachtenden. Fast 80 Kunstschaffende haben sich an der Ausschreibung des Kunstvereins beteiligt. 19 werden von ihnen werden mit ausgewählten Werken im September zu sehen sein. Zur Eröffnung findet am Samstag, 19.09., um 15 Uhr eine Einführung in die Ausstellung mit der Kunsthistorikerin Dr. Hella Nocke-Schrepper statt. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 27. September zu sehen. Öffnungszeiten: Sonntag, 20.09., von 13 bis 18 Uhr, Mittwoch, 23.09. bis Freitag, 25.09., jeweils von 15 bis 18 Uhr, Samstag, 26.09. und Sonntag, 27.09., von 13 bis 18 Uhr

„Auf der Suche nach einer besseren Welt“ mit den farbkräftigen Bildern von Franz Marc. Das verspricht die Führung durch die Sonderausstellung im K20, die der Kunstverein im Oktober anbietet. Franz Marcs (1880–1916) Werke faszinieren durch ihre leuchtenden Farben und tief berührenden Themen. Vor allem seine Tierdarstellungen spiegeln tiefe Verbundenheit mit der Natur und die innige Sehnsucht nach Harmonie.

Die viertägige Herbstexkursion des Kunstvereins führt vom 29. Oktober bis 1. November in die ehemalige Kulturhauptstadt Chemnitz. Auf dem Programm stehen auch Besuche der Städte Erfurt und Eisenach.

Groß, vielseitig und seit Jahrzehnten prägend für die Kunst der Gegenwart ist das Werk von Thomas Schütte, das die Mitglieder des Kunstvereins im November bei einer Führung in Düsseldorf erleben können. Große Skulpturen ebenso wie Architekturmodelle für den öffentlichen Raum wurden schon in New York gezeigt. Bald widmet ihm nun die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen eine umfangreiche Einzelausstellung.

Kunst, Politik und Karneval. Darum geht es im Januar 2027 beim Besuch der Schau „Wagen und Widerstand“ im Bonner Kunstmuseum. Der Düsseldorfer Wagenbauer Jaques Tilly hat mit seinen unerschrockenen, kompromisslosen Rosenmontagswagen eine Kunstform etabliert, die Diktatoren das Fürchten lehrt und internationales Presseecho findet. In Tillys drastischen Darstellungen von politischen Missständen oder religiösen Entwicklungen geht es letztlich um die Freiheit von Provokation und künstlerischer Zuspitzung, die weit über den Karneval hinausreichen. Sie erinnern an die Bedeutung von Meinungsfreiheit und Kritik in einer offenen Gesellschaft. Ein Moskauer Gericht verurteilte Tilly 2026 zu achteinhalb Jahren Haft wegen „Verunglimpfung der Staatsmacht“. Die Bonner Schau zeigt Entwürfe, Modelle, Videos und Presseartikel zu Tillys Wagen.

Erstmal am 2. Juli gibt es zudem ein neues Kulturprojekt, initiiert von Kunstverein und Seniorenbeirat der Stadt, den „Kunstbesuch“.

Künstlerinnen und Künstler des Willicher Kunstvereins bringen am 2. Juli Kunst direkt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern des Neersener Seniorenzentrums „Lindenhof“ in die Einrichtung. Ziel ist es, Kunst erlebbar zu machen – auch für Menschen, die nicht mehr selbst Ausstellungen besuchen können.

Die beteiligten Künstler werden mit den Besuchenden direkt ins Gespräch kommen, sich über die Kunst austauschen, Fragen und Anregungen der Besuchenden mitnehmen. Ziel ist es, Gemeinschaft und soziale Teilhabe zu fördern. „Das ist gelebte Inklusion“, sagt Christian Kolb. Er ist im Kunstverein aktiv und auch gewähltes Mitglied des Seniorenbeirats, der das Projekt initiiert hat.

Alle Kunstinteressierten sind willkommen: DRK - Seniorenzentrum, 2. Juli, 15 - 17 Uhr, Rothweg 13 in Willich - Neersen