Es war ein sonniger, klarer aber durchaus kalter Sonntagmorgen, an dem die CDU Willich zum Neujahrsempfang geladen hatte. Das kalte Wetter konnte Besucher aus der Bürgerschaft, aus der Wirtschaft, aus Vereinen und Institutionen nicht abhalten, den Neujahrsempfang zu besuchen.
Wie immer begrüßte ein sichtlich erfreuter MdL Guido Görtz die Gäste - nicht nur persönlich am Eingang, sondern auch später als erster Redner des Morgens. Seine Botschaft am Morgen war ganz klar: „Ich rufe zu gemeinsamer Zuversicht auf“, so Guido Görtz. Denn: Nicht alles sei schlecht gewesen im letzten Jahr. Besonders die Arbeit zwischen Land und Kommunen wäre ein Zeichen, gemeinsam Zukunft zu gestalten. Immerhin erhält Willich in den kommenden Jahren knapp 19 Millionen Euro aus dem Länderinvestitionspaket plus „...etwas über fünf Millionen aus dem Gemeindefinanzierungsprojekt“, so Görtz weiter. Außerdem: Dank der NRW-Altschuldenlösung übernimmt das Land knapp weitere 7,5 Millionen Euro alte Kassenkredite. Trotzdem - so mahnte Görtz - sei eine solide Haushaltsführung unabdingbar. „Die öffentliche Hand muss funktionieren.“ Dabei dürfe am Ehrenamt nicht gespart werden - „...das Ehrenamt ist das Kit der Gesellschaft“, so Görtz in seiner Rede.
Rückblickend schaut Görtz auf ein positives Jahr 2025 zurück. Über 500 Mitglieder, solide Finanzen und eine gewonnene Bundestags- und Kommunalwahl sprechen für die CDU. „Wir werden auch in Zukunft den Schulterschluss mit den demokratischen Parteien suchen“, so Görtz. In diesem Zusammenhang lobt er vor allem Petra van der Kooij, die an Heiligabend eine Weihnachtsfeier für einsame Menschen „aus dem Boden gestampft hat.“ Das sei pro aktives Engagement gegen Einsamkeit.
Gleichzeitig lobte er Bürgermeister Christian Pakusch. Er habe das Amt in der Hochphase der Coronapandemie übernommen, es kam die Energiekrise und eine schwierige Wirtschaftskrise. Bei der Hochwassersituation am Grenzweg habe er Mut gezeigt, auch schwerwiegende Entscheidungen zu treffen (bezogen auf die Evakuierung der Menschen aus den Häusern). „Alle Achtung Christian, für diesen Mut“, so Görtz zum Abschluss seiner Rede.
Bürgermeister Christian Pakusch sprach in seiner Rede ebenfalls von Zuversicht. „2026 liegt vor uns - es wird kein leichtes Jahr, es wird anstrengend, es wird herausfordernd. Aber es wird ein gutes Jahr“, so Pakusch. Mehr Optimismus wagen sei die Prämisse für 2026. „Es geht um unsere Stadt und um unsere Zukunft. Wir fügen Kräfte zusammen“, so Pakusch. Er wisse, was diese Stadt kann und in der Gemeinschaft steckt. „2026 wird ein Jahr der Umsetzung.“ Pakusch bezog sich damit auf Investitionen beispielsweise in den Ausbau von Gebäude II und III des St. Bernhard-Gymnasiums, in die Hubertusschule, in Kindergärten „... in die Bildung für unsere Kinder. Sie steht auf Platz eins. Es ist nicht nur eine Pflichtaufgabe, sondern die beste Investition in die Zukunft“, so Pakusch.
Als zweiten Punkt nannte er Infrastruktur und Mobilität sowie eine digitalere und bürgernahe Verwaltung. Drittens solle das Ehrenamt weiter gestärkt werden. Als letzten Punkt nannte er die Stärkung von Wirtschaft und Arbeit - und blickte damit auf Münchheide V „... und ich sage es in aller Deutlichkeit: Münchheide VI kommt - und das ist auch gut so. 2026 wird ein gutes Jahr für unsere Stadt.“
Letzter Redner des Morgens war kein geringerer als NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk. In seiner Rede appellierte er an die Menschen, andere Perspektiven zu wählen. Nach dem Zweiten Weltkriege „... haben sich die Menschen auf dem Weg gemacht und Deutschland wieder aufgebaut, einen freiheitlichen Rechtsstaat, der jetzt 80 Jahre alt ist.“ Es sei wichtig, dieses auch in die Zukunft zu tragen. Dabei blickte er auch auf Europa und mahnte auch hier zu einem Perspektivwechsel. „Unsere Sicht auf Europa ist oft viel Bürokratie.“
Doch die EU habe sich entwickelt - das zeige auch, dass sich Großbritannien - drei Jahre nach dem Brexit - wieder der EU annähert.
Er habe einen amerikanischen Kommentator sagen hören: „Eigentlich ist das viel näher an den Vereinigten Staaten von Europa, als die Europäer das selber verstehen.“ Optendrenk blickt mit Zuversicht in die Zukunft. Er ist sich sicher „...wenn wir kreativ sind, schaffen wir sehr viel.“