Eine festlich offizielle Stimmung gab es am Dienstagnachmittag in der Motte von Schloss Neersen. Die Anratherin Marlies Pasch wurde vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet. Klar, dass es sich der Anrather Mundartsingkreis „De Leddschesweäver“ nicht nehmen ließ, mit ein paar Liedern „op Platt“ auf diesen Nachmittag einzustimmen.
Erster Redner des Abends war - neben Landrat Bennet Gielen und Karin Schmitt-Promny, Stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, kein geringerer als Bürgermeister Christian Pakusch. „Wenn jemand diese Auszeichnung verdient hat, dann Sie, liebe Frau Pasch“, so der Bürgermeister. Marlies Pasch sei eine Frau, die ihre Heimat liebt und für ihre Heimat lebt, lobte er weiter. „Heimat ist ein Gefühl - und genau das vermitteln Sie“, so der Bürgermeister in seiner Ansprache.
Dann folgte die Laudation von Karin Schmitt-Promny. Das Rheinland besitze eine kulturelle Vielschichtigkeit und es seien Menschen wie Marlies Pasch, die sich um das Rheinland als Kulturregion verdient gemacht haben „...Menschen, die Heimat verstehen“, so Schmitt-Promny in ihrer Rede. Marlies Pasch sei Schatzbewahrerin und Schatzsucherin zugleich - darum habe Marlies Pasch den Rheinlandtaler verdient.
Marlies Pasch engagiert sich seit vielen Jahren für den Anrather Bürgerverein. Seit 2015 steht sie dem Verein als 1. Vorsitzende vor. Unter ihrer Leitung ist der Verein nicht nur Bewahrer von Traditionen, sondern tragende Säule der Kunst-, Kultur- und Geschichtspflege in Anrath und eine lebendige und kreative Kraft.
Karin Schmitt-Promny hob die Wichtigkeit der Arbeit des Bürgervereins vor, in dem sich Marlies Pasch mit viel Leidenschaft engagiere. Auch das Herzensprojekt von Marlies Pasch, das Anrather Heimatbuch fand in der Laudation Erwähnung. „Unter ihrer Mitwirkung wurde es zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk und zugleich zu einer lebendigen Chronik des Ortes“, so die Stellvertretende Vorsitzende weiter. Auch das sich Marlies Pasch für den Erhalt der Mundart einsetze, habe sie für die Auszeichnung qualifiziert. „In einer Zeit, in der Dialekte vielerorts verschwinden, haben Sie sich dafür eingesetzt, dass die Sprache - das ‚Anrötsch Platt‘ - lebendig bleibt“. Hier lobte Schmitt-Promny den eingangs erwähnten Mundartsingkreis.
Schließlich engagiere sich Marlies Pasch für die Pfarrkirche St. Johannes Baptist in ihrer Funktion als ehrenamtliche Domwächterin. „Was Ihr Wirken so besonders macht, ist nicht nur die Vielzahl an Projekten, es ist Ihre Haltung. Sie hören zu und bringen Menschen zusammen“, so Schmitt-Promny zum Schluss ihrer Rede. Marlies Pasch haben Spuren hinterlassen und sie trage dazu bei, dass Anrath nicht nur ein Ort auf der Karte, sondern eine lebendige Gemeinschaft mit Geschichte und Zukunft sei.
Im Anschluss bedankte sich Marlies Pasch: „Heute hier den Rheinlandtaler entgegennehmen zu dürfen, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und auch mit Demut.“ Den Rheinlandtaler verstehe sie als Würdigung gemeinsamen Engagements. „Diese Auszeichnung gibt mir Ansporn, weiter zu machen und mich weiter zu engagieren“.