Der 43-jährige Bastian Geerlings ist Unternehmer, hat vor zwei Jahren als kleiner Spediteur mit einem Büro im Baucontainer und einem Lkw angefangen, Waren nicht nur quer durch die Republik, sondern auch international zu transportieren. Heute zählt das Unternehmen „Geerlings Spedition & Logistik GmbH“ aus Nettetal zehn Lkw, 20 Mitarbeiter, 8 000 Quadratmeter Lagerfläche in Hallen und 10 000 Quadratmeter Außenfläche „... und dabei sind wir noch ein kleines Unternehmen. Es gibt weitaus größere Speditionen.“
Trotzdem, der Weg vom Baucontainer zur angesehenen Spedition war nicht einfach. „Ohne meine Mitarbeiter hätte ich das nicht schaffen können“, sagt Bastian Geerlings und sieht sich seit einigen Wochen vor einer neuen großen Aufgabe. „Die gestiegenen Spritpreise sind ein großes Problem für uns - für alle“, sagt der Unternehmer. Vor dem Krieg im Iran, rechnet er vor, habe er im Schnitt 20 000 bis 25 000 Euro für Dieselkraftstoff pro Monat einkalkulieren müssen. „Dann kam die Krise und wir haben unsere Logistik neu kalkuliert - einfach um Diesel zu sparen. Wir versuchen, momentan eher Kurz- und Mittelstrecken zu fahren“, erklärt der Unternehmer weiter. Kurz- und Mittelstrecke - das bedeutet ein Radius von circa 300 Kilometern. Und trotzdem: Die Kosten belaufen sich immer noch auf 20 000 Euro - trotz kürzerer Routen. Werden längere Routen angefahren, steigen die Kosten im Monat auf satte 35 000 Euro - eine Mehrbelastung von knapp 2 500 Euro pro Woche. „Und es gibt noch ein Problem“, weiß der Unternehmer zu berichten: Dieseldiebstahl. „Erst letzte Woche hat man bei einem meiner Fahrer, der im Siegerland unterwegs war, versucht Diesel aus dem Tank abzusaugen. Gott sei dank, war der Tank fast leer - der Schaden also gering“, so Bastian Geerlings weiter.
Wie kann ein Unternehmen solche Belastungen abfedern? Darauf hat der Unternehmer nur eine nüchterne Antwort: „Wenn wir alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben - was wir schon versuchen - bleibt uns nur noch, die Mehrkosten an unsere Kunden weiterzugeben. Und unsere Kunden werden das an ihre Kunden weitergeben... ein Rattenschwanz, der letztlich beim Endverbraucher endet.“
Die Planungen der Regierung, den Spritpreis von Benzin und Diesel um 17 Cent für zwei Monate zu senken, würden nicht wirklich helfen. „Das ist ein Witz und keine wirkliche Entlastung, ebenso wenig wie die Idee, Mitarbeitern bis zu 1 000 Euro Krisen-Bonus auszuzahlen. Wo sollen denn diese 1 000 Euro herkommen? Die müsste ich ja erst mal zusätzlich erwirtschaften - und bei 20 Mitarbeitern wäre das eine plötzliche und zusätzliche Mehrbelastung von 20 000 Euro“, ärgert sich der Unternehmer.
Trotzdem bleibt er zuversichtlich: „Ich bin sehr froh darüber, dass meine Mitarbeiter die Krise mittragen und wir auch treue und zuverlässige Kunden haben. Als eher kleines Speditionsunternehmen können wir in einigen Bereichen schneller und flexibler agieren. Das ist momentan ein großer Vorteil für uns“, weiß der Unternehmer.