Mit vielen Themen können sich Kinder und Jugendliche an das Hilfe-Telefon „Nummer gegen Kummer“, das der Ortsverband Viersen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) koordiniert, wenden. Ob Liebeskummer, Ängste, Mobbing, Essstörungen, Missbrauch oder Stress mit Eltern oder Freunden – wenn sich junge Menschen allein mit ihren Sorgen und Problemen fühlen, bieten die Telefonberater eine erste wichtige Anlaufstelle.
So landen einige tausend Anrufe beim Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ allein am Standort in Viersen. Für dieses wertvolle Hilfsangebot werden wieder Telefonberater gesucht und ab September ausgebildet. „Wir freuen uns über jeden Interessierten, der sich ehrenamtlich engagieren möchte“, sagt Birgitta Föhr, langjährige Koordinatorin des Kummertelefons beim DKSB Viersen. Föhr berichtet: „Für die ehrenamtlichen Telefonberater sind manche Anrufe schön, weil man helfen kann, manche können aber auch sehr belastend sein.“ Deshalb, und um für alle Situationen am Telefon gewappnet zu sein, werden alle zwei Jahre beim Kinderschutzbund Telefonberater ausgebildet. „Voraussetzung ist ein Alter von 18 Jahren sowie die festgestellte Eignung als Berater beim Auswahlgespräch.“
Die Teilnehmenden zu befähigen, die doch sehr spezielle Aufgabe konstruktiv zu bewältigen, sei Ziel der Ausbildung. „In einem ständigen Wechsel zwischen Theorievermittlung, Selbsterfahrung, Übungen und Rollenspielsituationen werden die Teilnehmenden praxisnah auf die bevorstehende Tätigkeit vorbereitet“, erklärt Birgitta Föhr.
Die Ausbildung beginnt mit einem für alle verbindlichen Startwochenende. Es folgen 14 Abendveranstaltungen. „Nach etwa einem Drittel der Ausbildungszeit beginnen die Teilnehmenden mit den Hospitationen“, ergänzt die Koordinatorin.
Insgesamt 60 Stunden umfasst die Ausbildung (wöchentliche Termine plus Start- und Abschlusswochenende evtl. auch online), Hospitationen und auch regelmäßig Supervisionen. „Nach der Ausbildung verpflichtet sich der Teilnehmer zwei Jahre lang zum Dienst am Telefon, das wären dann zweimal im Monat je zweieinhalb Stunden“, informiert Föhr.
Kinder und Jugendliche, die die kostenlose Nummer 116111 wählen, erreichen montags bis samstags zwischen 14 und 20 Uhr einen Telefonberater irgendwo in Deutschland. Rund 80 Telefon-Standorte gibt es derzeit, dazu gehört Viersen.
„Das Telefongespräch ist kostenlos und vor allem ganz anonym“, erklärt Birgitta Föhr. Oft sei es dann leichter zum Handy zu greifen und über Probleme zu sprechen. Denn: „Auch die Mitarbeiter*innen, die immer ein offenes Ohr haben und Hilfestellung geben, bleiben anonym und haben Schweigepflicht.“.
Anmeldung für die Ausbildung zur Telefonberatung bei Birgitta Föhr unter 0170/ 5170117 oder birgitta.foehr@gmail.com.