Spektakuläre Verpflichtung Bundesliga-Spieler Justin Müller wechselt zur HSG Krefeld

Krefeld · Spektakuläre Neuverpflichtung: Der 30-jährige Mittelmann Justin Müller vom Bundesligisten HSG Wetzlar wird in der kommenden Saison das Trikot der Eagles tragen.

Foto: HSG

Die Planungen für die kommende Saison nehmen bei den Eagles – unabhängig von der künftigen Ligazugehörigkeit – weiter Fahrt auf. Eine spektakuläre Neuverpflichtung steht bereits fest: Vom Bundesligisten HSG Wetzlar wechselt Justin Müller an den Niederrhein. Der 30-jährige Rückraumspieler (Mitte) stammt aus Mettmann und begann seine Karriere bei ART Düsseldorf sowie dem TV Korschenbroich.

„Es gehört zu unserer Aufgabe, gezielt nach leistungsstarken Spielern aus der Region zu suchen. Dabei prüfen wir sowohl die jeweilige Vertragssituation als auch die persönliche Karriereplanung“, erklärt Stefan Meler. Der Sportliche Leiter der HSG steht regelmäßig im Austausch mit potenziellen Neuzugängen und skizziert ihnen die sportliche Perspektive des Vereins: „Justin ist ein solcher Fall. Als klar wurde, dass er für uns in Frage kommt, haben wir alles darangesetzt, den Wechsel zu realisieren. Wir haben ihm aufgezeigt, was wir hier vorhaben und welche Rolle er dabei einnehmen kann.“

Stefan Meler bedankt sich ausdrücklich bei Partnern und Sponsoren der Eagles, die diese Verpflichtung ermöglicht haben: „Unsere Fans dürfen sich auf einen erfahrenen Profi freuen, der über viele Jahre in der 1. und 2. Bundesliga gespielt hat. Er ist hervorragend ausgebildet, sehr dynamisch und sowohl offensiv als auch defensiv vielseitig einsetzbar.“

Seine Qualitäten stellt Justin Müller aktuell in Wetzlar unter Beweis, wo er als variabler Spielmacher regelmäßig mehrere Treffer erzielt und zugleich die Defensive stabilisiert. Am vergangenen Sonntag feierte er mit Wetzlar im Heimspiel gegen Kiel im Kampf gegen den Abstieg einen wichtigen Sieg und erhielt nach seinem Treffer zur 30:24-Führung ein Lob von höchster Stelle: „Ich bin schon ein Justin Müller Fan. Ich mag das Eins-gegen-Eins von ihm und die Art und Weise, wie er Handball spielt. Das ist ein sehr dynamischer Spieler. Der war damals in Essen schon sehr gut“, sagte Handball-Legende Stefan Kretzschmar als Co-Kommentator während der Live-Übertragung des Spiels bei Dyn.

Der Handball wurde ihm in seiner Heimatstadt Mettmann praktisch in die Wiege gelegt: „Ich war immer dabei, wenn mein Vater gespielt hat. Das hat mich begeistert, und ich wollte früh selbst aktiv werden.“ Über Stationen in Düsseldorf und Korschenbroich führte sein Weg zum TuSEM Essen, mit dem er den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Dort spielte er auch gemeinsam mit HSG-Kapitän Niklas Ingenpaß, mit dem ihn bis heute eine Freundschaft verbindet.

Nach sechs Jahren in Essen suchte Justin Müller eine neue Herausforderung und wechselte 2023 zum dänischen Erstligisten Nordsjælland Håndbold: „Meine Frau und ich wollten bewusst unsere Komfortzone verlassen. Das war eine sehr wertvolle Erfahrung – sportlich wie persönlich. Ich habe den Handball dort noch einmal ganz anders kennengelernt.“ Nach einem Jahr folgte der Schritt zurück in die Bundesliga zur HSG Wetzlar: „Das Gesamtpaket hat perfekt gepasst. Es war eine große Motivation, für einen etablierten Bundesligisten vor vollen Hallen zu spielen.“

Sein künftiges Engagement bei den Eagles – unabhängig davon, ob in der 2. oder 3. Liga – fügt sich stimmig in seine Lebensplanung ein: „Ich hoffe natürlich, dass die HSG die Klasse hält und drücke die Daumen. Aber unabhängig davon freue ich mich auf die neue Aufgabe. Für meine Frau, die aus Duisburg kommt, und mich ist die Rückkehr in die Heimat ein wichtiger Schritt.“ Komplettiert wird das private Glück durch die Geburt der gemeinsamen Tochter Fine vor acht Monaten: „Das war auch ein entscheidender Faktor für unsere Rückkehr.“

Auch für die Zeit nach der aktiven Karriere ist Müller bestens aufgestellt. Er hat Betriebswirtschaft und Sportmanagement studiert und arbeitet bereits parallel im Homeoffice für ein Start-up im Weiterbildungsbereich: „Diese Kombination ist für mich ideal. Es ist bereichernd, sich in unterschiedlichen Bereichen zu bewegen und neue Perspektiven kennenzulernen.“