Duisburg/Düsseldorf Die neue Spielzeit der Rheinoper

Duisburg/Düsseldorf · Mit dem siebten Haniel-Klassik-Open-Air am Freitag, 11. September, vorm Duisburger Theater beginnt die Spielzeit 2026/27 an der Deutschen Oper am Rhein. Sie lädt zu rund 260 Vorstellungen und 38 verschiedenen Opern- und Ballettproduktionen allein auf den beiden großen Bühnen im Opernhaus Düsseldorf und im Theater Duisburg ein.

Zur Eröffnung der Rheinopernsaison am 11. September spendiert Haniel wieder ein Klassik-Open-Air vor dem Theater Duisburg. Erstklassige Solisten und der Chor der Rheinoper gestalten zusammen mit den Duisburger Philharmonikern einen stimmungsvollen Klassik-Abend und machen Lust auf das vielseitige Programm der Spielzeit 2026/27. Stefan Blunier übernimmt die musikalische Leitung, Götz Alsmann führt mit bewährter Nonchalance durch das Programm – der Eintritt ist frei.

Foto: Sascha Kreklau

Dreizehn Opernpremieren stehen für das Spektrum des Repertoires, in sieben weiteren Premieren entfaltet das Ballett am Rhein seine stilistische Vielseitigkeit.

Der stetig wachsende Publikumszuspruch gibt dem Leitungsteam viel Rückenwind für seine Pläne: Die Gesamtauslastung in den beiden Spielstätten der Deutschen Oper am Rhein steigt kontinuierlich an. Betrug sie kurz nach der Corona-Pandemie in der Saison 2022/23 noch rund 65 Prozent, lag sie zum Ende der vergangenen Saison 2024/25 bei 75,5 Prozent. Rund 240.000 Besucher wurden in den beiden Häusern in Düsseldorf und Duisburg, im UFO und bei mobilen Vorstellungen der Jungen Oper gezählt. Der Positiv-Trend der vergangenen Spielzeiten setzt sich auch in der laufenden Saison fort: Zum Stichtag 30. April betrug die durchschnittliche Auslastung im Opernhaus Düsseldorf 77 sowie im Theater Duisburg fast 79 Prozent - hier sind allerdings wegen Brandschutzmaßnahmen immer noch einige Plätze gesperrt.

Erste Premiere im Theater Duisburg wird „Der Kreidekreis“ von Alexander Zemlinsky sein - eine faszinierende Mischung aus Märchen, Sozialdrama und Karikatur. Die Musik schillert zwischen Spätromantik à la Strauss und Mahler und verführt mit Jazzklängen, fernöstlichen Gongschlägen und Kabarettszenen, die an Kurt Weill erinnern.

Ab dem 7. Oktober steht eine der besten Rheinopernproduktionen der letzten Jahre wieder auf dem Programm des Theaters Duisburg: „On the Town“. Für die Aufführungen in der aktuellen Saison gibt es, wenn überhaupt, nur noch Restkarten.

Und weil „On the Town“ so fantastisch gelungen ist, gibt’s ab dem 6. November im Theater Duisburg den nächsten Broadway-Klassiker: „My Fair Lady“. Die Inszenierung von Felix Sailer verspricht pure Leichtigkeit.

„Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht gleicht einem Tanz in den Abgrund. Regie führt Elisabeth Stöppler, Premiere ist am 17. April 2027 im Theater Duisburg.

Eine Sternstunde erlebte das Publikum im April 2024 im Theater Duisburg, als sich für Leos Janáčeks Oper „Jenufa“ in der dichten und einfühlsamen Inszenierung von Tatjana Gürbaca zum ersten Mal der Vorhang öffnete. Wer sie nochmal erleben möchte, kann das ab dem 14. Mai 2027 im Opernhaus Düsseldorf. Chefdirigent Vitali Alekseenok wird die Düsseldorfer Symphoniker durch Janáčeks zutiefst emotionale Musik führen, darüber hinaus die Premiere von Manon Lescaut dirigieren und mit den Wiederaufnahmen von „Siegfried“ in Duisburg und „Götterdämmerung“ in Düsseldorf seine Beschäftigung mit Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ fortsetzen.

Letzte Premiere der Spielzeit im Theater Duisburg wird Giuseppe Verdis Oper „Il trovatore“ in der Regie von Jens-Daniel Herzog am 11. Juni 2027 sein. Als konzertante Aufführungen gilt es außerdem noch zwei französische Werke zu entdecken: Jules Massenets expressive Oper „La Navarraise“ und Gustave Charpentiers Kantate „Didon“ stehen am 16. Juli 2027 in Duisburg auf dem Spielplan – Benjamin Reiners dirigiert die Duisburger Philharmoniker.

Fürs junge Publikum feiert am 15. Januar 2027 im Theater Duisburg „Die verzauberte Stadt“ von Samuel Penderbayne in der Regie von „On the Town“-Regisseurin Louisa Proske Premiere.

Vermeintlich Vertrautes tänzerisch neu zu erzählen und dabei überraschende Facetten freizulegen, gehört zu den großen Stärken von Chefchoreographin Bridget Breiner. In der kommenden Spielzeit widmet sie sich mit „Antony and Cleopatra“ nach William Shakespeare einem der berühmtesten Liebespaare der Geschichte und dessen brisanten politischen Verstrickungen. Uraufführung ist am 2. April 2027 im Theater Duisburg. Am 12. Dezember hat in Duisburg außerdem der Doppelabend Forsythe/Eyal Premiere mit dem ikonischen Ballett „In the Middle, Somewhat Elevated“ von William Forsythe und „Strong“, der ersten Choreographie, die Sharon Eyal mit ihrem Co-Kreateur Gai Behar schuf. Den Abschluss der kommenden Spielzeit bildet am 26. Juni 2027 ebenfalls im Theater Duisburg der Dreifachabend „Orgelpassion“. Zu Kompositionen für Orgel und Orchester vereint der Abend „Omelas“ von Stina Quagebeur, Glen Tetleys „Voluntaries“ sowie „Aurea“ von Goyo Montero.

(tw)