Trotz der bestehenden Regelung und zahlreicher Hinweisschilder kommt es immer wieder vor, dass Menschen das Verbot missachten und sich dadurch in erhebliche Lebensgefahr begeben. Allein im Juni diesen Jahres ertranken bundesweit schon wieder 99 Menschen, die das kühle Nass mit dem Leben bezahlt haben.
Der Rhein ist kein Badegewässer. Starke Strömungen, tückische Unterströmungen und die Sogwirkung der Schifffahrt machen bereits das Betreten des Wassers gefährlich – selbst im flachen Uferbereich. Aus diesem Grund untersagt die ordnungsbehördliche Verordnung des Kreises Wesel nicht nur das Baden und Schwimmen, sondern auch das Waten sowie das mehr als knöcheltiefe Betreten des Rheins.
„Das Badeverbot dient ausschließlich dem Schutz von Menschenleben“, betont Bürgermeister Philipp Richter. „Leider zeigen die jüngsten Ereignisse und die Berichte aus den vergangenen Wochen, dass die Gefahren des Rheins noch immer unterschätzt werden. Niemand setzt ein Bußgeld gerne fest – aber wenn dadurch Menschen vor lebensgefährlichen Situationen bewahrt werden, dann ist konsequentes Handeln unsere Verantwortung.“
Seit Inkrafttreten der Verordnung führt das Ordnungsamt der Stadt Rheinberg regelmäßige Kontrollen an den Rheinuferbereichen durch, für die die Stadt zuständig ist. Dabei werden Verstöße konsequent verfolgt und entsprechend der geltenden Verordnung mit Bußgeldern geahndet.
Erst kürzlich verschafften sich Mitarbeitende des Ordnungsamtes gemeinsam mit der Wasserschutzpolizei und der Kreispolizeibehörde Wesel im Bereich des Fähranlegers in Orsoy ein Bild von der aktuellen Situation. Die gemeinsame Kontrollaktion verdeutlicht, dass alle beteiligten Behörden eng zusammenarbeiten, um Gefahren frühzeitig zu erkennen, aufzuklären und Verstöße konsequent zu ahnden.
Die Mitarbeitenden aus dem Fachbereich „Sicherheit und Ordnung“ der Stadt erleben bei den Kontrollen immer wieder, dass die Risiken des Rheins unterschätzt oder bewusst ignoriert werden. Deshalb setzen die Kolleginnen und Kollegen vor Ort neben einer konsequenten Überwachung vor allem auf Aufklärung. Wer den Rhein betritt, bringt nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern bindet im Ernstfall zahlreiche Einsatzkräfte und gefährdet unter Umständen auch deren Sicherheit.
Die Stadt Rheinberg appelliert deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger sowie an Gäste der Stadt, das Badeverbot zu respektieren und insbesondere Kinder vom Wasser fernzuhalten. Auch das vermeintlich harmlose Abkühlen der Füße oder Beine kann durch die starke Strömung innerhalb weniger Sekunden lebensgefährlich werden.
Die Stadt Rheinberg wird ihre Kontrollen auch künftig fortsetzen und gemeinsam mit dem Kreis Wesel, der Wasserschutzpolizei, der Kreispolizeibehörde Wesel sowie den Rettungsorganisationen alles daransetzen, schwere oder gar tödliche Badeunfälle zu verhindern. „Das Badeverbot ist keine Schikane – es schützt Leben!“