Künftig stehen sie Menschen in schwierigen Lebensphasen oder existenziellen Krisen als Gesprächspartnerin oder -partner zur Seite.
Für ihre neue Aufgabe haben sie neben Beruf und Alltag eine anspruchsvolle Ausbildung nach den Richtlinien der Evangelischen Kirche im Rheinland absolviert. Insgesamt 150 Unterrichtsstunden umfasste sie. In acht Modulen setzten sie sich mit Modellen der Gesprächsführung, dem Umgang mit Trauer und spezifischen Anforderungen, etwa im Altenheim und Krankenhaus, auseinander. Dazu kamen begleitende Praxiserfahrungen und Supervisionen.
Organisiert, geleitet und begleitet hat die Ausbildung Pfarrerin und Krankenhausseelsorgerin Anke Prumbaum. „Seelsorge bedeutet: Ich biete dir mein Mitgehen und Mittragen an“, erklärte sie in ihrer Predigt. Das verlange Augenhöhe, Ehrfurcht vor dem Gegenüber, den Blick für Details und das Verlassen eigener Denkmuster. „Bleibt interessiert und voller Wärme für die Lebensgeschichten der Menschen!“
Im Gottesdienst dankten auch Wolfram Syben, Superintendent des Kirchenkreises Moers, und Axel Stein, Synodalassessor des Kirchenkreises Krefeld-Viersen, den Ehrenamtlichen. „Sie schenken Zeit, haben ein offenes Ohr und schaffen einen geschützten Raum des Vertrauens – dafür danken wir Ihnen im Namen der beiden Kirchenkreise“, so die Geistlichen. Anschließend sprachen sie den feierlich Ernannten den Segen für ihre neue Aufgabe zu. Neben ihren Urkunden und einer Sonnenblume nahmen die 13 neuen Ehrenamtlichen auch den herzlichen Applaus der Gemeinde entgegen. Ein zweiter Applaus galt Anke Prumbaum, der die Kirchenleitung für die gute kirchenkreisübergreifende Organisation der Ausbildung dankte.
Die neuen Seelsorgerinnen und Seelsorger haben sich dazu verpflichtet, ihren Dienst für mindestens zwei Jahre anzutreten. Sie werden künftig in der lokalen Gemeindearbeit, in Krankenhäusern, im Gefängnis, in der Demenzarbeit oder bei besonderen sozialen Projekten in den Kirchenkreisen Moers und Krefeld-Viersen tätig sein.
Die Motivationen der frisch Beauftragten sind vielfältig. Monika Hartwig-Kuck, geistliche Begleiterin aus Neukirchen-Vluyn, möchte nach einer schweren überstandenen Krankheit etwas zurückgeben. „Ich habe wieder Energie und möchte für Menschen da sein, denen Gespräche guttun. Ich höre mit Ruhe zu.“ Für sich selbst hat sie festgestellt, dass sie die Ausbildung erdet. Ihr Einsatzgebiet wird ein Altenheim sein. Bereits jetzt hat sie mit einer Bewohnerin Kontakt.
Ganz anders ist das Einsatzgebiet von Mechthild Mench. Die Mitarbeiterin im kreiskirchlichen Bildungswerk FRIEDA ist bereits seit einigen Jahren ehrenamtliche Trauerbegleiterin und Mitorganisatorin einer Trauergruppe in der Ev. Kirchengemeinde Duisburg-Homberg. In der Gemeinde wissen die Mitarbeitenden von ihr und können den Kontakt zu ihr herstellen. „Ich freue mich, als Seelsorgerin tätig sein zu dürfen. Es gibt so viele, die niemanden für ein Gespräch haben, aber dringend jemanden benötigen, um über ihre Sorge zu sprechen“, hat sie beobachtet. „Manchmal können sie auch gerade im Familien- oder Freundeskreis nicht reden.“ Da sei eine externe Seelsorge eine große Hilfe, erklärt sie und weist auf einen wichtigen Punkt hin: „Wir Seelsorgenden haben mit der kirchlichen Beauftragung absolute Schweigepflicht genau wie Pfarrerinnen und Pfarrer. Nichts von dem, was wir hören, erfahren andere.“
Interessierte an einer Ausbildung zur ehrenamtlichen Seelsorge bekommen Informationen von Pfarrerin Anke Prumbaum per Mail an: [email protected] oder Tel.: 0152 58430146.