Auf Herzenswegen Hospizverein Neukirchen-Vluyn lädt zum Wandertag

Neukirchen-Vluyn · Der Hospizverein Neukirchen-Vluyn e.V. lädt im Rahmen seines 25-jährigen Bestehens am 5. September zum Wandertag „Herzenswege“ ein. Es gibt Strecken von 2, 5, 10, 25 und 50 Kilometern und ein Rahmenprogramm auf dem Areal vor dem Kampfbahn-Klingerhuf-Tor. Ziel: Gemeinsam ein Zeichen für Hospizarbeit setzen.

Unter dem Motto „Herzenswege“ möchte der Hospizverein Neukirchen-Vluyn auf das wichtige Thema Hospizarbeit aufmerksam machen und zeigen, wie wertvoll Nähe, Zeit und menschliche Begleitung in schweren Lebensphasen sind. Am Start- und Zielpunkt Kampfbahn Klingerhuf (vl.): Tanja Wienicke, Stephanie Kraemer, Bürgermeister Dirk Schauenberg, Jürgen Weiß, Rüdiger Eichholtz, Dominik Reinecke und Bernhard Uppenkamp.

Foto: cb

Die Idee kam, nachdem Dominik Reinecke 2024 beim Megamarsch Spenden für den Hospizverein erlief. „So wurden auch jüngere Menschen auf uns aufmerksam“, erinnert sich der stellvertretende Vorsitzende Bernhard Uppenkamp. Statt reine Information und Erklärung setzt der Verein zum 25-Jährigen daher auf ein gemeinsames Erleben, das einen Raum schafft, in dem die Tabuthemen Hospiz, Sterben und Tod ganz selbstverständlich, aber ohne Zwang, generationenübergreifend ihren Platz finden. „Beim Laufen kommt man ganz ungezwungen ins Gespräch, wenn der Körper sich bewegt, fällt die Kommunikation leichter“, so die Erfahrung von Dominik Reinecke. Die Streckenlängen sind so gewählt, dass alle Alters- und Fitnessgruppen teilnehmen können - vom Enkel bis zur Oma. Die Ehrenamtler des Hospizvereins laufen die Strecken mit und werden verschiedene Angebote unterbreiten, wie Tanja Wienicke, Hospizkoordinatorin, verrät: „Mal laufen wir eine Teilstrecke in Stille, dann gibt’s in den Pausen einen kleinen Impuls oder wir sammeln Steine, die wir bemalen, mitnehmen oder wieder ablegen in Erinnerung an einen geliebten Menschen.“ Die Hoffnung sei, so Berührungsängste der Menschen gegenüber der Hospizarbeit abzubauen.

Start- und Zielpunkt aller Strecken ist die Kampfbahn Klingerhuf. Für den Anmarsch wird sogar extra das große Tor geöffnet, durch das die Teilnehmenden dann auf ihre Routen entlassen werden. Los geht’s für die 50 Kilometer um 4 Uhr. Die Strecke führt zunächst nach Moers, Richtung Kapellen, Schaephuysen, Rheurdt, Littard und die Halde zurück zum Klingerhuf. Die 25-Kilometer-Wandergruppe startet um 10 Uhr Richtung Rathaus, Sportplatz, Vluyn, Bloemersheim und sollte im Littard auf die 50km-Truppe treffen. Für die beiden Langstrecken werden Verpflegungsstationen eingerichtet, die der Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen betreut. Beide Gruppen sind nicht geführt, navigieren sich per Karte und GPS.

Die Kurzstrecken 2 (Start fortlaufend ab 12 Uhr), 5 (Start: 14 Uhr) und 10 Kilometer (Start: 12.30 Uhr) führen die Teilnehmenden unter Führung der Landschafts- und Naturguides um Jürgen Weiß durch den Klingerhuf. Ziel ist, dass alle Gruppen um 16 Uhr gemeinsam am Klingerhuf eintreffen. „Der Wandertag ist kein Wettkampf“, betont Uppenkamp, „aber für alle Teilnehmenden gibt’s eine kleine Überraschung.“ Der AS Neukirchen, der Moerser TV und eine größere Wandergruppe aus Dinslaken haben bereits Interesse signalisiert mitzuwandern

Von ca. 12 bis 18 Uhr soll am Zielpunkt Klingerhuf zudem ein buntes Rahmenprogramm mit Live-Musik, Hüpfburg, Kinderschminken und kulinarischer Verpflegung stattfinden.

Dass das Ehrenamt in Neukirchen-Vluyn hervorragend funktioniert, zeigt auch die Zahl der Unterstützer: Freiraum Klingerhuf, die Dorfmasche, der Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen, die Freiwillige Feuerwehr, die Jugendfeuerwehr, Kulturprojekte Niederrhein, der SVN, die DLRG und St. Quirinus stehen der ehrenamtlichen Mannschaft vom Hospizverein zur Seite.

Das freut Bürgermeister Dirk Schauenberg, denn bekannterweise liegt ihm das Ehrenamt besonders am Herzen. Als Schirmherr des Wandertags möchte er auf die wichtige Arbeit des Hospizvereins aufmerksam machen, „die anders als bei anderen Vereinen oft im Stillen stattfindet und nicht nur den Sterbenden, sondern auch den Familien Geborgenheit und Halt gibt.“ Auch regt er an Themen wie Hospiz, Sterben und Tod Teil des Lebens werden zu lassen: „Je älter wir werden, um so mehr müssen wir uns mit Vergänglichkeit auseinandersetzen. Das ist in unserer westlichen Welt leider immer noch ein Tabu. Wir kommen immer zum Feiern zusammen, aber jetzt am Wandertag einfach mal gemeinsam zu schlendern, in unserer sonst so schnelllebigen Zeit, und zu einem Thema zusammenzukommen, das Tiefe hat, darauf freue ich mich.“

Dem kann Hospizkoordinatorin Tanja Wienicke nur zustimmen und ergänzt: „Und es geht auch um Wertschätzung unserer tollen Ehrenamtlichen, die sich mit so viel Engagement und Zeit einbringen! Ohne sie gebe es keine Hospizarbeit!“

Die Teilnahme ist kostenfrei, der Verein freut sich aber über eine freiwillige Spende zur Unterstützung seiner Arbeit und empfiehlt Erwachsenen und Jugendlichen ein Startgeld von 5 Euro. Kinder unter 12 Jahren sind selbstverständlich eingeladen, ohne Spende teilzunehmen. Anmeldung unter www.hospizverein-nv.de/wandertag. Umkleiden, Duschen und sanitäre Anlagen sind vorhanden.

Wer den Hospizverein unabhängig vom Wandertag mit einer Spende unterstützen möchte: Sparkasse am Niederrhein, IBAN : DE 34 3545 0000 1420 2655 04, BIC : WELADED1MOR

Wer sich am Wandertag beteiligen möchte, kann sich unter [email protected] melden. Auch, wer sich im Hospizverein engagieren möchte, kann sich gerne melden. Der 150-mitgliederstarke Verein sucht nämlich dringend Nachwuchs.