Krings und Klenner zu Besuch in Kliniken Maria Hilf Das Hitze-Wochenende in der Notaufnahme

Mönchengladbach · Die Hitzewelle hat auch die Notaufnahmen in Mönchengladbach stark gefordert. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings und der Landtagsabgeordnete Jochen Klenner haben deshalb die Kliniken Maria Hilf besucht.

Bundestagsabgeordneter Dr. Günter Krings (l.) und Landtagsabgeordneter Jochen Klenner (r.) sprachen in den Kliniken Maria Hilf mit Geschäftsführer Dr. Paul Schneider (2.v.l.) und Prof. Dr. Sebastian Bergrath, Chefarzt der Notaufnahme, über das vergangene Hitze-Wochenende.

Foto: Stein

Im persönlichen Gespräch mit Geschäftsführer Dr. Paul Schneider und dem Chefarzt der Notaufnahme, Prof. Dr. Sebastian Bergrath, ist deutlich geworden: Große Hitze trifft besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und Menschen in akuten Notlagen. Aber auch jüngere Menschen müssen vorsichtig sein und können sogar bei leichter körperlicher Aktivität bei diesen Temperaturen in Lebensgefahr geraten. Wenn die Umgebungstemperatur höher als die Körpertemperatur ist und der Körper sich immer weiter aufheizt, kann das schnell lebensgefährlich werden. Jeder dritte Patient mit einem Hitzschlag und einer Körpertemperatur über 40°C überlebt dies nicht. Viel trinken, Schatten suchen, körperliche Belastung auf ein Minimum reduzieren und Warnzeichen ernst nehmen – das gilt bei solchen Temperaturen für alle.

„Nicht vergessen dürfen wir: Auch das Personal in den Notaufnahmen musste unter diesen Hitzebedingungen arbeiten. Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Rettungsdienst, Funktionsdienste, Service, Verwaltung und viele weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen rund um die Uhr für schnelle Hilfe – auch dann, wenn sie selbst unter großer Belastung stehen“, betonten Krings und Klenner.

Auch baulicher Hitzeschutz war Thema. Kliniken benötigten Unterstützung, wenn sie bestehende Gebäude nachträglich besser gegen Hitze schützen oder klimatisieren wollten. Das sei nicht nur eine Frage des Komforts, sondern des Gesundheitsschutzes – für Patienten genauso wie für die Beschäftigten, machten Schneider und Bergrath deutlich.

„Das Gespräch hat uns auch wichtige Impulse für die aktuelle Debatte über die Reform der Notfallversorgung gegeben. Wer Notfallversorgung an 24 Stunden am Tag und sieben Tagen in der Woche vorhält, braucht dafür Personal, Räume, Technik, Organisation und verlässliche Finanzierung. Diese Vorhaltung bindet viele Ressourcen und kostet viel Geld. Wir wollen die Notfallkrankenhäuser dabei besser unterstützen.“

Im Gespräch ging es auch um die Stärkung der Notfallmedizin. Die Zentrale Notaufnahme sei die erste entscheidende Drehscheibe im Krankenhaus: Dort werden Patienten untersucht, eingeschätzt und erfahren eine differenzierte Notfallbehandlung inklusive intensivmedizinischer Erstmaßnahmen wie Beatmung und Kreislauftherapie. Nach diagnostischer Eingrenzung und dem Vorliegen einer klaren Diagnose werden dann Patienten mit stationärem Behandlungsbedarf in die passende Fachklinik des Hauses weitergeleitet. Dafür brauche es starke notfallmedizinische Kompetenz, klare Abläufe und eine gute Verzahnung mit den Fachabteilungen.

Genauso wichtig sei eine bessere Vernetzung zwischen ambulanter Versorgung und Kliniken. Noch immer kommen zu viele Patienten in die Notaufnahme, obwohl sie eigentlich durch niedergelassene Haus- oder Fachärzte versorgt werden könnten. Eine gute Reform müsse Notaufnahmen entlasten, Rettungsdienst, Kliniken, den ärztlichen Notdienst unter 116 117 sowie Haus- und Fachärzte besser miteinander verbinden und dafür sorgen, dass Menschen schnell an der richtigen Stelle Hilfe bekommen.