Es ist Mittwochnachmittag. Im Jugendzentrum „Das Dock“, (Pescher Straße 146, direkt neben der Kirche) ist es noch relativ leer. Fünf Jugendliche sind da. Die meisten spielen mit Nintendo Switch Fußball. „Wir sind noch nicht so bekannt“, sagt Dock-Leiterin Sozialarbeiterin Magali Horstmann, dass es noch nicht so voll sei, wie in manch anderem Jugendzentrum, würden die Jugendlichen aber genießen. Was den Elf- bis 21-Jährigen im Dock gefällt? „Alles“, sind sich die Jugendlichen einig. „Hier sind alle freundlich“, sagt Reynold (14). Jason (13) gefällt das gemeinsame Kochen am besten – und dass man Klavier spielen kann.
„Das Dock“ ist ein Kooperations-Projekt der Kirchengemeinde Maria von Magdala (Gemeinschaft der Gemeinden Mönchengladbach-Ost) und dem Jugendhilfeträger De Kull e.V. „Die Stadt stellt den beiden Trägern Stellen zur Verfügung“, erklärt Leon Glitt, Trägervertreter De Kull, denn bislang habe es Angebote der klassischen Jugendarbeit im Stadtteil nicht gegeben. Und so ist die Vollzeitstelle von Magali Horstmann entstanden, die in Kürze mit Teilzeitkraft Linda Dembon noch Verstärkung bekommt.
Im Jugendzentrum wird alles angeboten, was in einem Jugendzentrum gemeinhin angeboten wird und manchmal auch noch ein bisschen mehr: Gamingkonsolen, Gesellschaftsspiele, Billard, Dart, Musik hören, gemeinsames Kochen und Musizieren. „Wenn es um Bewegung und Outdoorspiele wie Fußball oder Basketball geht, haben wir auch noch die Dependance auf dem Gelände der ehemaligen Radrennbahn, Carl-Diem-Straße 1b“, sagt Leon Glitt. Auch Ausflüge, wie kürzlich in die Laserzone gehören dazu. Aber natürlich sind nicht die Spiele das Wichtigste, sondern der Schwerpunkt liege darin, einen Raum bereitzustellen, in dem die Jugendlichen sich sicher fühlen. „Beziehungsarbeit im lockeren Kontext“, sagt Leon Glitt. Da gehe es mal um die Familie, um die Schule und auch darum, was nach der Schule komme. „Einfach da sein ist das Wichtigste, was wir tun können“, sagt Magali Horstmann. „Wir sind keine Hausaufgabenbetreuung aber in Ausnahmefällen greifen wir auch da schon mal unter die Arme“.
Neben der eigentlichen Jugendarbeit ist es allen wichtig, in Hardterbroich-Pesch vernetzt zu sein. So organisiert der Verein De Kull schon länger das Stadtteilfest, das auch in diesem Jahr wieder am 13. September stattfinden wird. Und gemeinsam mit den Trägervertretern der Kirchengemeinde, Antonio da Costa und Pfarrer Thomas Porwol, bemüht man sich um Kontakt zu den umliegenden Schulen. So können sich die Jugendlichen zum Beispiel im benachbarten Berufsbildungszentrum bei den angehenden Friseuren für kleines Geld die Haare schneiden lassen.
Der Name „Das Dock“ sei übrigens in Absprache mit den Jugendlichen entstanden, so Magali Horstmann. An einem Dock könne man anlegen, ankommen und ablegen. Das Anker-Logo versteht sich dann wohl von selbst. „Der Crew-Gedanke ist uns besonders wichtig.“