Renn-Ass Sebastian Koch überzeugt Sieg in „Schumacher-Arena“

Nierst · Es ist eine der bekanntesten Motorsport-Adressen Deutschlands: der Erftlandring in Kerpen, 45 Minuten südlich von Meerbusch, ein Asphalt-Klassiker, auf dem auch Michael Schumacher einst das Lenken lernte. Am vergangenen Wochenende wurde die Kultstrecke zum Wohnzimmer des 16-jährigen Nierster Kartfahrers Sebastian Koch.

Dominanter Auftritt – auch bei feuchter Rennpiste: Der Nierster Teenager Sebastian Koch glänzte zuletzt in Kerpen.

Foto: Koch/Shelly Media

Der amtierende Deutsche Meister der Senior Max-Klasse reiste zum Finale des Rotax Max Challenge Wintercups an – und hatte eine Rechnung offen. Denn der erste Teil des Wintercups war für den Youngster aus dem Rheinland im November noch gründlich daneben gegangen. Ein unglücklicher Ausritt ins Kiesbett verhinderte damals ein Spitzenergebnis. „Wiedergutmachung“ lautete deshalb die Devise für das zweite Rennwochenende, welches am 22. Februar stattfand.

Schon im Qualifying donnerte Sebastian Koch seine Visitenkarte in den nassen Asphalt: Vier Zehntelsekunden Vorsprung auf den Rest des 20-köpfigen Feldes – das ist auf so einer kurzen Strecke eine Welt. Die Pole-Position war perfekt. Doch Sebastian wollte mehr als nur eine gute Startposition. Im Vorlauf (Pre-Finale) zeigte er bei feuchter Piste von der ersten Runde an, was in ihm steckt. „Von Runde 1 war klar, dass sich Sebastian hier keine Butter vom Brot nehmen lassen möchte“, beschrieb es sein Teamchef treffend. Das Resultat: ein souveräner Start-Ziel-Sieg mit fast drei Sekunden Vorsprung.

Das Finale am Nachmittag war dann die Krönung. Der Regen wurde stärker, die Bedingungen schwieriger. Doch für Sebastian Koch schien die rutschige Piste fast von Vorteil zu sein. Wie ein Fisch im Wasser behielt er sofort die Führung und zog davon. Bereits nach drei der 17 Runden war das Rennen entschieden. Mit stoischer Ruhe verwaltete der junge Nierster seinen Vorsprung und fuhr ungefährdet zu einem Start-Ziel-Sieg. Der Vorsprung? Unglaubliche 6,5 Sekunden. Um seine Dominanz zu unterstreichen, schnappte er sich in allen Rennen auch noch die begehrte schnellste Rennrunde.

Durch diesen furiosen Sieg katapultierte sich der Nierster im Gesamtklassement des Wintercups noch von Platz acht auf das Podium – Rang drei war der verdiente Lohn für eine makellose Vorstellung. Mit dieser Leistung im Rücken kann Sebastian Koch beruhigt in die kommenden Monate blicken. Schon im Januar bewies er beim Saisonauftakt im spanischen Campillos mit einem starken 15. Platz im europäischen Spitzenfeld, dass er mit den Besten mithalten kann. Die Formkurve zeigt also steil nach oben.

In zwei Wochen geht es für Sebastian bereits weiter: Dann startet er bei der italienischen Meisterschaft in Cremona. Eine Woche später folgt am gleichen Ort dann das erste Rennen zur Europameisterschaft.