„Augenschmaus“ in der Teloy-Mühle Kunst, die Appetit macht

Lank-Latum · Ab Sonntag, 1. März, ist in der Teloy-Mühle in Lank-Latum die Ausstellung „Augenschmaus“ der Kulturreihe „MeerbuschKunst“ zu sehen. 32 Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich hier speziell mit dem Thema „Essen und Trinken“.

Vorfreude auf die Ausstellung „Augenschmaus“ bei Kurator Bernd R. Meyer (3.v.l.), Kulturdezernent Peter Annacker (3.v.r.) und den Künstlern (v.l.) Martin Schüten, Leon Kneffel, Ernst Hesse, Klaus Sievers und Elija Wagmann.

Foto: Thomas Hippel

In der Teloy-Mühle am Dr.-Stephan-Grüter-Platz zeigen die Kunstschaffenden eine große Bandbreite von aktuellen Werken zum Thema. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 1. März, mit einer Vernissage. Um 11 Uhr wird Kulturdezernent Peter Annacker einige Eröffnungsworte sprechen, ehe Kurator Bernd R. Meyer den Besuchern eine Einführung gibt. Ein Gitarenquintett der Städtischen Musikschule sorgt für die musikalische Untermalung.

Unter anderem die Stillleben der alten Meister zeugen davon, oder auch die Bilder prassender Bauern und Mönche aus dem 19. Jahrhundert: Nahrung und Nahrungsaufnahme werden in der Kunst immer wieder gerne aufgegriffen. „Die Idee hinter dieser Ausstellung ist es, zu zeigen, wie breitgefächert das Thema ,Essen und Trinken‘ in der zeitgenössischen Kunst sein kann“, sagt Bernd R. Meyer. Den letztendlichen Impuls, eine genau solche Werkschau auf die Beine zu stellen, hatte der Kurator durch die Beschäftigung mit einem seiner Lieblingskünstler, Ulrich Meister, erhalten, der in der Vergangenheit schon einiges in dieser Richtung gemacht hat und der auch in der aktuellen „Augenschmaus“-Ausstellung mit einigen Werken vertreten ist.

Die Exponate, die in Lank zu sehen sind, hat Meyer teils in eigener Recherchearbeit zusammengetragen, teils sind sie extra für die Ausstellung entstanden. In letztere Kategorie fallen etwa die Bilder von Klaus Sievers, der Alltagsbeobachtungen wie eine leere Pommesschachtel, ein Marmeladenbrot oder eine Mandarinenspalte als Ölgemälde festgehalten hat, um ihnen – wie er selbst sagt – eine „gewisse Würde“ zu geben. Martin Schüten wiederum will mit seinen Skulpturen bewusst für Verwirrung beim Betrachter sorgen – der fragt sich dann etwa: Was habe ich da eigentlich vor mir? Ist das ein Kaninchen oder vielleicht doch eher Fischrogen? Leon Kneffel hat sich wiederum mit der Frage auseinandergesetzt, wie sich Essgewohnheiten kulturell unterscheiden. Sein Bild eines gebratenen Hähnchens, an dem Hals und Kopf noch dran sind, bringt genau das auf den Punkt: Was bei uns teilweise für Übelkeit sorgt, ist in manch anderen Kulturkreisen sogar ein Qualitätsmerkmal. Kulturelle Unterschiede beleuchtet auch Ernst Hesse mit seinen Bronzen der typischen Brotformen verschiedener Länder. Und Elija Wagmann, um ein letztes Beispiel zu nenenn, hat sich mit der Mythologie des Genusses künstlerisch auseinandergesetzt und aus Keramik einen Dionysos-Brunnen mit Satyren geschaffen.

Die Ausstellung kann bis zum 15. März zu folgenden Öffnungszeiten besichtigt werden: mittwochs bis samstags jeweils von 16 bis 19 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.