Eindrucksvoller Vortrag Erinnern und Engagieren

Lank-Latum · Im Rahmen des Forums für Orts- und Regionalgeschichte des Heimatkreises Lank beleuchtete Norman Baltrusch jüngst in einem Vortrag in der Teloy-Mühle eindrucksvoll die Spuren früheren jüdischen Lebens in dem Meerbuscher Ortsteil.

Die Arbeitsgruppe des Heimatkreises Lank zum jüdischen Leben in Lank-Latum (v.l.): Jürgen Fallack, Norman Baltrusch und Franz-Josef Jürgens, es fehlt Caterina Jansen wegen Krankheit.

Foto: Heimatkreis Lank

Mehr als 80 interessierte Besucher konnte Felix Drewes, der Leiter des Forums für Orts- und Regionalgeschichte im Heimatkreis Lank, im Mühlenrund begrüßen. Kurz zur Vorgeschichte: Eine Arbeitsgruppe des Heimatkreises – bestehend aus Caterina Jansen, Norman Baltrusch, Jürgen Fallack und Franz-Josef Jürgens – hat sich über mehrere Jahre mit den Spuren jüdischen Lebens in Lank-Latum beschäftigt und auf der Grundlage der bereits vorliegenden Arbeiten von Mechthild und Caterina Jansen und Manfred Klaes zum Thema vertieft weiter geforscht. Die Arbeitsgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schicksale ihrer früheren jüdischen Mitbürger zu erforschen und zu dokumentieren. Aus dieser Gruppenarbeit sind dann die regelmäßigen Rundgänge zu den Stätten jüdischen Lebens in Lank-Latum sowie die Stolpersteinverlegungen durch den Heimatkreis Lank im Ort entstanden.

Derzeit sind noch weitere Stolpersteinverlegungen aufgrund neuer Erkenntnisse wie auch Aktivitäten – unter anderem zum Judenfriedhof und zum früheren jüdischen Bethaus in Lank-Latum – geplant.

Baltrusch begann seine Ausführungen mit einer historischen Betrachtung der Entstehungsgeschichte der jüdischen Bevölkerung in Deutschland hin bis zur konkreten Situation in Lank-Latum in den letzten Jahrhunderten. Akribisch recherchiert, stellte er die Situation und die Schicksale der jüdischen Landbevölkerung in Lank-Latum am Beispiel einzelner Familien dar, wobei er die Anzahl, die Namen, Berufe, Wohnorte und die verwandtschaftlichen Beziehungen der hier lebenden Juden bis zu ihrer Deportation detailliert darlegte. Seine Ausführungen machten die Geschichte von verfolgten, deportierten und getöteten Menschen, wie zum Beispiel die der Latumer Familien Wyngard und Leopold, eindrucksvoll sichtbar. Sehr deutlich wurde, dass sich das, was durch die grausame Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten in Deutschland und auch hier in Lank Latum geschah, nie wiederholen darf.

Im Rahmen einer anschließenden Diskussion beantwortete Norman Baltrusch viele Fragen der Zuhörer. Seine Ausführungen bekamen trotz der aufgrund des Themas bedrückten Stimmung sehr viel Beifall.