Auf der hochmodernen, 1,4 Kilometer langen Strecke, direkt neben dem Formel-1-Circuit in der Nähe der Hauptstadt Manama, wurden in acht Klassen die Weltmeistertitel ausgefahren. Für Deutschland gingen neun Fahrer an den Start. Sebastian Koch vertrat die deutschen Farben als einziger Pilot in der Königsklasse Senior MAX.
Nach seinem dominanten Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2025 (der Extra-Tipp berichtete) hatte sich Koch im Oktober für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Die Rotax-Grand-Finals gelten in der Szene als besonders fair: Jeder Pilot erhält absolut identisches Material – geliefert von SODI (Chassis), ROTAX (Motoren) und MOJO (Reifen). Gefragt ist also ausschließlich das fahrerische Können. Um sich auf das Material einzustellen, fuhr Sebastian Koch im November einen Gaststart bei der niederländischen Meisterschaft im belgischen Genk – und beeindruckte dort mit einem starken zweiten Platz.
Bei seinem WM-Debüt bekam es der Meerbuscher mit 71 weiteren Topfahrern aus 48 Ländern zu tun. Besonders stark vertreten: Großbritannien, mit acht Fahrern, wo der Kartsport staatlich gefördert wird. Nach einer soliden Qualifikation folgten drei Vorläufe über je zehn Runden – einmal bei Tageslicht, zweimal unter Flutlicht. Koch zeigte dabei eine starke Performance und platzierte sich mit Rang 12, 12 und 11 konstant im vorderen Mittelfeld. Im anschließenden Pre-Finale, in dem die 72 Fahrer in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, lieferte er sein bisher bestes Rennen ab. Mit einer klugen und kämpferischen Fahrt eroberte er Rang sieben und zog damit sicher ins große WM-Finale ein.
Im entscheidenden Lauf über 21 Runden unter brennender Wüstensonne war das Ziel klar: von Startplatz 17 so weit wie möglich nach vorne fahren. Das gelang zunächst eindrucksvoll: Bereits nach drei Runden lag Sebastian Koch auf Position 13. Doch ein Angriff auf mehrere Fahrer ging schief – ein Konkurrent drängte ihn hart von der Strecke. Trotz Weiterfahrt war sein Kart beschädigt, ein Top-Ergebnis nicht mehr möglich. Am Ende stand Rang 28, aber ein deutliches Zeichen seines Potenzials.
„Das ist Motorsport“, erklärte Sebastian abgeklärt. „Man muss jede kleine Lücke nutzen. Natürlich kann dabei auch etwas schiefgehen. Aber ich nehme nur Positives mit. Gegen Fahrer zu fahren, die das professionell machen und teilweise schon sechs WM-Teilnahmen haben – das ist absolut groß. Und bei meinem ersten Start so mitzuhalten, motiviert enorm für 2026.“
Mit der WM endet für Sebastian Koch eine außergewöhnliche Saison 2025: Deutscher Meister, 5. Platz in der BeNeLux-Serie, 8. Platz bei der Europameisterschaft, elf Rennsiege, sechs, Podestplätze, vier Pole Positions und elf schnellste Rennrunden. Für 2026 hat der Nachwuchspilot klare Ziele: Titelverteidigung in der RMC Germany, vollständige Teilnahme an der WSK EuroTrophy sowie zusätzlich fünf bis zehn internationale Renneinsätze.