Kresch-Theater Premiere im Landgericht

Krefeld · Das Kinder- und Jugendtheater Kresch stellt den kommenden Spielplan vor. Ein Highlight ist die Aufführung eines brisanten Gerichtsstücks auf ungewöhnlicher Bühne: im Krefelder Landgericht.

Intendantin des Kresch-Theaters: Isolde Wabra

Foto: Stadt Krefeld

„Wir sind schon ganz aufgeregt, wie das Publikum reagieren wird“, stellt Isolde Wabra den neuen Spielplan für das Kresch-Theater vor. Die Intendantin des Krefelder Kinder- und Jugendtheaters hat für die Spielzeit 2026/27 nämlich einige Highlights geplant.

Dazu gehört das viel beachtete Stück „Terror“ des Bestsellerautors Ferdinand von Schirach. Das Besondere an der Kresch-Aufführung: die Premiere findet im Krefelder Landgericht statt.

Inhalt des Schauspiels ist passenderweise eine Gerichtsverhandlung. „Dürfen wir Leben gegen Leben abwägen“, fasst Wabra die Leitfrage der fiktiven Verhandlung zusammen. Es geht um den Abschuss eines Passagierflugzeuges, das von Terroristen entführt wurde und auf ein voll besetztes Fußballstadion gestürzt werden sollte. In der Vorstellung schlüpfen die Zuschauer in die Rolle der Jury und sollen über Legitimität oder Illegitimität des Abschusses abstimmen. Nicht zufällig fällt die Premiere auf den 11. September 2026. Es ist der 25. Jahrestag des realen Terroranschlags vom 11. September 2001 in New York.

Dass das Kresch im Landgericht spielen darf, verdankt das Theater einer Initiative des Gerichts selbst, das zuvor eine Zusammenarbeit angeregt hatte. Isolde Wabra suchte daraufhin nach einem geeigneten Schauspiel und entschied sich für eine Adaption der viel diskutierten Vorlage des bekannten Schriftstellers.

Die Aufführung ist für Jugendliche ab der 10. Klasse geeignet. Die weiteren Vorstellungen finden dann wie üblich auf der Studiobühne in der Fabrik Heeder statt.

Es sind nicht zuletzt solche Aktionen „außer Haus“, die Kresch den Ruf eines sehr kreativen Theaters einbrachten, das auch Erwachsene anspricht. „In der aktuellen Spielzeit haben rund 10.000 Menschen das Theater besucht“, hebt Krefelds Kulturbeauftragte Dr. Katharine Leiska anerkennend hervor. Immer wieder geht das Theater mit seinen Stücken auch in die Schulen.

Dafür ist das neue Klassenzimmerstück „Super, Held“ bestens geeignet, das Theaterpädagoge Kilian Seeger besonders den Grundschulen ans Herz legt: „Es geht um das Thema Mobbing und wie Kinder aktiv darauf reagieren können“. Schüler ab acht Jahren vermögen der Handlung gut zu folgen. Premiere ist am 20. September in der Fabrik Heeder.

Ein spezielleres Jugendproblem behandelt Gerrit Kuhnen in seinem Stück „Heim gesucht“. Darin verarbeitet der heutige Schauspieler seine eigene Jugend in einem Duisburger Wohnheim. Es geht um junge Menschen, denen ein familiäres Zuhause fehlt. Auch diese Produktion kann von Schulen fürs Klassenzimmer gebucht werden. Adressaten sind Jugendliche ab 14 Jahren. Premiere ist am 6. November in der Fabrik Heeder.

Der bekannte Krefelder Kabarettist Volker Diefes inszeniert eine neuartige Fassung des klassischen Märchens „Schneewittchen“. Es wird die erste Regiearbeit des Schauspielers. Autorin der Neufassung ist Isolde Wabra. Sie sagt über ihren Text: „Klassisch und humorvoll mit dem Zeitgeist unserer heutigen Werte wird das Stück zu einem inspirierenden Erlebnis über echten Zusammenhalt.“ Es ist auf Grundschulkinder abgestimmt, wird aber auch für die ganze Familie empfohlen. Premiere ist am 20. November in der Fabrik Heeder.

Neben den fünf Premieren enthält der neue Spielplan eine Fülle an Wiederaufnahmen aus der letzten Spielzeit; darunter solche Erfolge wie „Pippi Langstrumpf“ oder auch „Pettersson und Findus“.

Vom 1. Juni an steht der kommende Spielplan komplett auf der Homepage des Kresch. Dann können Interessenten auch schon Vorstellungen buchen. www.kresch.de