Michaela Colmie, Leitende Koordinatorin des ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes Krefeld, überreichte den Ehrenamtlern nach Abschluss des Befähigungskurses ihre Zertifikate für die ambulante Hospiz-Arbeit.„Ehrenamtliche in der Hospiz-Arbeit schenken Zeit, Nähe und Würde“, so Michaela Colmie.
Das „ambulante Hospiz“ gehört – wie das stationäre Hospiz am Blumenplatz – zur Hospiz Stiftung Krefeld. Deren Vorsitzender Prof. Roland Besser dankte den Absolventen für ihre Bereitschaft, sich in der Begleitung sterbender Menschen zu engagieren. „Sie sind gut vorbereitet. Jetzt steht es Ihnen bevor, Erfahrungen zu sammeln.“
Die Ehrenamtlichen erhielten neben dem Zertifikat ihr Namensschild, das sie als Hospiz-Mitarbeiter kenntlich macht, sowie eine Rose ihres jeweiligen „Paten“. Diese Patenschaft haben die hauptamtlichen Koordinatoren nun fest installiert: Erfahrene Hospiz-Ehrenamtliche stehen den „Neuen“ bei Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung.
Erstmals haben zwei Frauen aus der türkischen Gemeinschaft in Krefeld den Ehrenamtskurs absolviert. Esme Tasdemirli, seit 30 Jahren in der Pflege tätig, schilderte ihre Beweggründe: „In der muslimischen Kultur ist Hospiz-Arbeit noch nicht ausgeprägt. Ich möchte für alle Menschen da sein, egal welcher Religion.“ Aus eigener Erfahrung wisse sie, wie schwierig ein Trauerprozess ist. Es sei wichtig, die Angehörigen zu unterstützen. „Das ist auch unser Thema.“
Die ambulante hospizliche Begleitung durch hauptamtliche Koordinationsfachkräfte und qualifizierte Ehrenamtliche soll den Menschen ermöglichen, ein möglichst würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu führen und die Familien in diesem Prozess zu begleiten, zu entlasten und zu unterstützen. Wie ein Begleitungsprozess aussieht, ist sehr individuell verschieden und richtet sich sowohl nach den Wünschen und Bedürfnissen der Betroffenen als auch nach den jeweiligen Kapazitäten und Möglichkeiten des ambulanten Hospizdienstes.
Der ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst hat ein Büro an der Carl-Wilhelm-Straße 27. Pro Jahr werden derzeit in Krefeld rund 80 Personen mit ihren An- und Zugehörigen auf dem letzten Weg begleitet. Dieser Dienst durch Ehrenamtliche ist für die Betroffenen kostenlos.
Informationen unter www.hospiz-krefeld.de.