Allgemeines Krankenhaus Viersen Erstes Viersener Traumasymposium

Viersen · Viersener Traumasymposium zeigt zwei Live-OPs.

Während der Live-OP wurden auch Fragen des Fachpublikums zum Vorgehen im OP gestellt und beantwortet.

Foto: Noah Holzkamm

Zur ersten Fachtagung „Traumasymposium Viersen 2026“ hatte der Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Allgemeinen Krankenhaus Viersen (AKH), Dr. Christian Rusu, Mediziner, Fachpublikum und Interessierte ins Bürgerhaus Dülken eingeladen: Namhafte Experten aus ganz Deutschland referierten einen Tag lang zum Thema Schulter-, Ellenbogen- und Wirbelsäulenverletzungen. Rund 40 Ärzte, Gesundheitsökonome, Physiotherapeuten und Bürger nutzten die Tagung, um sich zu informieren und untereinander auszutauschen. „Genau das war die Idee“, sagt Rusu. Das Symposium diene dem Erfahrungsaustausch und präsentiere, nach welchen modernen Standards im AKH operiert werde.

So zogen auch die beiden Live-OPs, die direkt aus dem Operationssaal des AKH auf einer großen Leinwand ins Bürgerhaus übertragen wurden, die größte Aufmerksamkeit auf sich. Dank der professionellen Ausrüstung der Düsseldorfer Firma Dicksen konnte jeder Handgriff verfolgt werden und Dr. Rusu selbst gab über ein Headset Erklärungen zur OP. Ergänzt wurden die Erläuterungen von Prof. Dr. Christoph Katthagen (Universitätsklinikum Münster), der im Bürgerhaus über Mikrofon auch Fragen aus dem Fachpublikum parallel beantwortete.

Bei einem 41-jährigen Patienten muss nach einem Sturz die Lendenwirbelsäule stabilisiert werden. Vor dem Eingriff stellt Assistenzarzt Dr. Tarik Akar den Fall anhand von Röntgenbildern und CT-Aufnahmen dem Publikum vor und erläutert die Vorgehensweise bei der Live-OP. Schrauben werden in die Wirbelkörper eingebracht und mit Stäben fixiert. Dabei wird noch während der OP unter Bildgebung die Position der Implantate und die Wiederherstellung des Wirbels überprüft. Mit einem insgesamt achtköpfigen OP-Team steht Rusu am Tisch, darunter die Oberärzte aus der Orthopädie, der Chefarzt der Anästhesie, Dr. Frank Schleibach, und OP-Leiterin Jenny Vogt. In einer zweiten Operation zeigt Dr. Rusu die Implantation einer Schulterprothese. Da nach einer Gelenkverrenkung ein Funktionsverlust der Rotatorenmanschette vorliegt, entscheidet sich der Experte für eine inverse Prothese. Bei diesem künstlichen Gelenkersatz sind Gelenkkugel und -pfanne vertauscht. Durch die Umkehrung der Funktion kann die Dysfunktion der Rotatorenmanschette überbrückt werden.

Einige Vorträge wurden außerdem gehalten. Unter anderem sprach Prof. Dr. Lars Müller (Universitätsklinikum Köln) in seinem Vortrag über operative Strategien bei komplexen Ellenbogenverletzungen. Prof. Dr. Christoph Katthagen sprach in seinem Vortrag über perioperative Komplikationen in der Schulter- und Wirbelsäulenchirurgie.

Dr. Rusu zeigte sich nach der ersten Fachtagung zufrieden: „Ich habe sehr viele positive Rückmeldungen erhalten, es war eine gelungene Veranstaltung, die wir gerne wiederholen.“