Jeder, der schon einmal vor einer geplanten Operation stand, kennt das: Seitenlange Aufklärungsbögen, die es auszufüllen gilt, zuweilen auch mehrfach. Um diesen Prozess sowohl für Patienten als auch für Mitarbeitende zu erleichtern, hat das St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln diese Bögen in den Fachabteilungen Anästhesie, Chirurgie und Handchirurgie jetzt digitalisiert. „Unser Haus steht seit Jahren für Digitalisierung. So werden bei uns sämtliche medizinischen Abläufe digitalisiert und Medikamenten- sowie Pflegeprozesse auf den Tablets der Stationen dokumentiert. Mit den neu digitalisierten Aufklärungsbögen wollten wir nun die Prozess-Strukturen im Haus weiter optimieren“, so Daniel Kopowski, IT Standortverantwortlicher der FACT-IT GmbH.
Und so funktionieren die digitalen Aufklärungsbögen: Zum Ausfüllen der unterschiedlichen Bögen stehen den Patient:innen handliche Tablets zur Verfügung. Diese erhalten sie vor Operationen und Anästhesien. Die Aufklärungsbögen, bestehend aus einem OP- und einem Anästhesiebogen, befinden sich passwortgeschützt auf dem Tablet. Mit dem Geburtsdatum als zusätzlichen Datenabgleich authentifiziert sich der Patient bzw. die Patientin und kann mit dem digitalen Ausfüllen sofort starten. „In den ausgedruckten Aufklärungsbögen haben sich einige Fragen wiederholt, das ist bei der digitalisierten Variante nun nicht mehr der Fall. Das spart unseren Patientinnen und Patienten viel Zeit und Mühe“, nennt Thomas Toll, Beauftragter des Krankenhausinformationssystems (KIS) und Initiator des Projekts, einen Vorteil. „Außerdem müssen bei weiteren Operationen in anderen Fachabteilungen nicht erneut die kompletten Bögen ausgefüllt, sondern lediglich Änderungen angegeben werden.“
Als kreisweit einziges Krankenhaus mit einer Fachklinik für Geriatrie hatten sich die Projektverantwortlichen im Vorfeld auch mit der Frage der Akzeptanz, insbesondere bei älteren Patient:innen, beschäftigt. „Die Rückmeldungen zeigten schnell, dass die älteren Patientinnen und Patienten von der Digitalisierung sogar profitieren. Denn die Tablet-Bildschirme lassen sich individuell auf die jeweiligen Lesegewohnheiten einstellen und sorgen so für eine bessere Lesbarkeit und damit auch für ein besseres Verständnis“, erklärt Thomas Toll. Die digitalen Aufklärungsbögen bringen aber nicht nur Vorteile für Patient:innen, auch die Mitarbeitenden und sogar die Umwelt profitieren: „Wir sparen eine Menge Papier ein und reduzieren damit unseren ökologischen Fußabdruck. Zudem erhalten wir aus den Fachabteilungen die Rückmeldungen, dass unsere Mitarbeitenden den Wechsel hin zur digitalen Anwendung als sehr unkompliziert empfinden und dadurch die internen Prozesse vereinfacht worden sind.“