Anfang Februar übernahmen Auszubildende des dritten Lehrjahres zur Pflegefachkraft im St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln für zehn Tage die Verantwortung über einen Teilbereich der geriatrischen Station A0 – mit Unterstützung erfahrener Kolleginnen und Kollegen sowie der Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter im Hintergrund. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, der sich die Auszubildenden mit Bravour stellten, dabei wertvolle Berufserfahrung sammelten und Herausforderungen erfolgreich meisterten. „Die Projektwoche hat eine lange Tradition bei uns, in diesem Jahr feiern wir 30-jähriges Jubiläum“, freut sich Praxisanleiterin Anja Amft und erklärt den Hintergrund der Aktion: „Gestartet sind wir 1996 mit dem Projekt. Seitdem erhalten Auszubildende in der Pflege bei uns die Möglichkeit, eine Station eigenständig zu leiten, dabei neue Erfahrungen zu sammeln, fachliche Kompetenzen weiterzuentwickeln und ihr Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein und auch das Durchsetzungsvermögen zu stärken.“ Als Praxisanleiterin begleitet sie die Nachwuchskräfte durch die Ausbildung.
Auch während der Projektwoche waren sie und ihre Kolleginnen und Kollegen für die beiden jungen angehenden Pflegekräfte Selina Beissner und Chaymae El Mejdawi jederzeit ansprechbar. Die Projektwoche startete bereits mit der eigenständigen Erstellung des Gesamtkonzeptes und der Dienstplangestaltung, später übernahm jeder zeitweise die Rolle der Schichtleitung. Mithilfe von Checklisten hatten die Auszubildenden ihre Aufgaben immer im Blick und konnten während der Projektwoche lernen, wie Zeitmanagement und die Organisation eines Teams in der Praxis umzusetzen sind. „So haben sie eine klarere Vorstellung davon erhalten, was nach dem Examen auf sie zukommt und werden optimal darauf vorbereitet,“ resümiert Anja Amft.
Auch die Neuaufnahmen und Entlassungen von Patientinnen und Patienten haben die Auszubildenden eigenständig übernommen. „Zu Beginn der Projektwoche war ich noch etwas nervös, vor allem in Bezug auf die administrativen Aufgaben. Nun bin ich stolz auf Selina und mich, dass wir alles so gut gemeistert haben“, berichtet Chaymae selbstbewusst. Auch die Teilnahme an Visiten gehörte zum täglichen Programm. Die beiden angehenden Pflegekräfte zeigten sich begeistert von der Möglichkeit, die ihnen durch das Projekt „Schülerstation“ geboten wird und waren sich einig: Ein respektvoller Umgang und eine gelungene Kommunikation im Team sind die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit und zufriedene Patienten.
Zum Abschluss der Projektwoche lassen die Auszubildenden ihre gesammelten Erfahrungen bei einem gemeinsamen Frühstück mit ihren Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern Revue passieren. Bei einer anschließenden Besprechung mit Pflegedirektorin Britta Gruhn werden zudem die Erlebnisse und Lerneffekte reflektiert. „Wir freuen uns, dass wir das Projekt bereits seit drei Jahrzehnten bei uns im St. Irmgardis durchführen können. Natürlich bedeutet das für alle Mitarbeitenden einen Mehraufwand, aber am Ende zahlt es in die Qualität der Ausbildung ein, von dem alle unsere Auszubildenen profitieren“, so Anja Amft.