Hintergründe Warum die Ampel abgebaut wurde

Viersen · Am Donnerstag, 15. Januar, hat die Stadt Viersen die Ampelanlage an der Kreuzung Remigiusstraße/Petersstraße abbauen lassen. In der Folge kam es in den sozialen Medien zu Diskussionen. Dort gab es Kritik an der späten Information über die Maßnahme.

Das Foto zeigt das neu angebrachte Hinweisschild zur veränderten Verkehrsführung an der Kreuzung Remigiusstraße/Petersstraße.

Foto: Stdt Viersen/Stadt Viersen

Auch wurde vielfach nach dem Grund für den Abbau der Ampel gefragt. Die Stadt möchte über die Hintergründe der Neugestaltung des Kreuzungsbereiches informieren.

Am Knotenpunkt Petersstraße/Remigiusstraße ist die Einbahnstraße der Remigiusstraße in Richtung Süden für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben. Diese Fahrbeziehung für Radfahrende war in der Ampelanlage nicht berücksichtigt: Für Menschen, die mit dem Rad aus südlicher Richtung die Remigiusstraße befuhren, gab es keine eigene Ampel. Radfahrende mussten daher vor der Kreuzung absteigen und ihr Rad um die Ecke in die östliche Lindenstraße schieben (die Straßenabschnitt Lindenstraße westlich der Kreuzung und Remigiusstraße nördlich der Kreuzung sind nicht für den Radverkehr entgegen der Fahrtrichtung freigegeben). Die nicht vorhandene Ampel für Radfahrende stellte eine potenziell gefährliche Situation für den Radverkehr dar.

Die Thematik wurde in der AG Verkehr am 21. November 2024 beraten. Die AG Verkehr ist ein Zusammenschluss qualifizierter Fachkundiger aus der Straßenverkehrsbehörde, der Straßenbaubehörde und der Kreispolizei. Dort wurde beschlossen, dass der Fachbereich 60/II Stadtplanung die Prüfung und Überplanung des Knotenbereiches vornimmt. Im Auftrag der Stadt überprüfte ein externes Ingenieurbüro die Kreuzungssituation. Als Ergebnis der dabei entwickelten Machbarkeitsstudie blieben zwei mögliche Varianten, um den Missstand zu beseitigen:

1. Anpassung der vorhandenen Lichtsignalanlage durch Einbindung des Radverkehrs aus der Einbahnstraße Remigiusstraße (südlicher Abschnitt) in das Signalprogramm

2. Knotenpunkt ohne Lichtsignalanlage unter Beibehaltung der vorhandenen Beschilderung

Beide Varianten wurden in Sachen Verkehrssicherheit als geeignet bewertet. Am Ende erhielt Variante 2 den Vorzug. Sie verursacht die geringsten Investitionskosten, auch weil ein Großteil der Infrastruktur bereits vorhanden ist. Der Kostenaufwand von etwa 3.300 Euro ist bedeutend niedriger als der für Variante 1 (circa 16.200 Euro, zuzüglich jährlicher Folgekosten). Bezogen auf die Verkehrssicherheit wurde die Variante 2 gegenüber der lichtsignalgeregelten Variante 1 etwas schlechter eingestuft: Der Variante 1 wurde eine sehr gute Verkehrssicherheit bescheinigt, der Variante 2 eine gute Verkehrssicherheit. Durch die vorhandene Beschilderung am Knotenpunkt und im Vorfeld des Knotenpunktes ist eine eindeutige und verständliche Verkehrsführung gegeben. Im Sinne der Sparsamkeit wurde in der Sitzung der AG Verkehr am 9. September 2025 daher die 2. Variante vorgeschlagen. Am 6. November 2025 hat die Straßenverkehrsbehörde die Umgestaltung des Knotenpunkt Remigiusstraße/Petersstraße angeordnet.

Nach den zahlreichen Rückmeldungen aus der Bevölkerung hat die Stadt am Montag, 19. Januar, ein Hinweisschild zur geänderten Verkehrsführung aufgestellt. Bürgermeister Christoph Hopp betont, dass Transparenz und Verständnis ihm wichtig sind. Er sagt: „Wie in vielen vergleichbaren Fällen müssen wir die unterschiedlichen Interessen verschiedener Verkehrsteilnehmer zusammenführen und tragfähige Kompromisse finden. Wir verstehen, dass jede Änderung zunächst auch Irritationen verursacht, wissen aber zugleich, dass sie mittelfristig Chancen der Verbesserung beinhaltet.“