Verkehrsunfallentwicklung 2025 2.291 Unfallfluchten im Jahr

Ein Blick auf die Verkehrsunfallbilanz 2025 im Kreis Viersen zeigt, dass die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Leider gibt es bei der Zahl der tödlichen Fälle einen 5-Jahres-Höchststand.

Der Leitende Polizeidirektor Sebastian Wessel (l.) und der Leiter der Direktion Verkehr Martin Peiffer, stellten die Zahlen vor.

Foto: Claudia Ohmer

„Wir sind sehr zufrieden“, verkündeten bei der Präsentation der Verkehrsunfallbilanz 2025 der Leitende Polizeidirektor Sebastian Wessel sowie der Leiter der Direktion Verkehr, Polizeirat Martin Peiffer, einige positive Entwicklungen. Insgesamt 8.759 Verkehrsunfälle, 161 weniger als im Jahr 2024, und ein Rückgang der Zahl der Verunglückten bei Verkehrsunfällen auf 1.240 schlagen in der Bilanz positiv zu Buche. Im Durchschnitt gab es 24 Verkehrsunfälle jeden Tag im Kreis Viersen.

„Leider verzeichnen wir einen punktuellen Anstieg in einigen Bereichen“, erklärt Polizeidirektor Wessel. Dazu gehöre die Zahl der bei Verkehrsunfällen Getöteten - mit 14 Opfern der höchste Stand in den vergangenen fünf Jahren (im Jahr 2024 waren es sechs). Dabei richtet Wessel einen Appell an die Bevölkerung: „Verkehrssicherheit geht uns alle an. Hier sollte man durch sein Verhalten ein positives Vorbild sein für Kinder“. Aber auch ein notwendiges Maß an gegenseitiger Rücksichtnahme und Mitdenken sei wichtig, um Verkehrsunfälle zu senken. Hier könne die Bevölkerung die Arbeit der Polizei unterstützen, die bei ihrer breit gefächerten Präventionsarbeit alle Verkehrsteilnehmer in den Blick nehme.

Eine erschreckende Zahl: 44 Unfallfluchten waren durchschnittlich jede Woche zu verzeichnen, im gesamten Jahr 2.291 Fälle. „Für die Aufklärung der Verkehrsunfallfluchten binden wir eine hohe Personal-Ressource ein“, berichtet Martin Peiffer von der Verkehrsdirektion. So stieg auch die Aufklärungsquote für Unfallflucht mit Personenschaden auf 68 Prozent. Wessel betont: „Unfallflucht ist eine Straftat!“

Die Aufklärungsquote bei Verkehrsunfallfluchten im Kreis Viersen liegt um 10 Prozent höher als im NRW-Durchschnitt. „Und die erreicht man nur, wenn man mit Engagement rangeht und priorisiert“, weiß der Leitende Polizeidirektor Sebastian Wessel.

Zu den Hauptunfallursachen zählen nach wie vor Fehler beim Abbiegen 30 Prozent) und Missachtung von Vorfahrt und Vorrang (22 Prozent).

Die meisten Verunglückten waren mit dem Pkw (39 Prozent) oder mit den Rad oder Pedelec (32 Prozent) unterwegs. „Die Zahl der verletzten Radfahrenden stieg von 351 auf 397 und damit um 13 Prozent“, berichtet Martin Peiffer, Leiter der Direktion Verkehr. „Die Zahl der E-Scooter auf den Straßen ist steigend. So waren diese an 62 Unfällen beteiligt.“. Im Jahr zuvor waren es nur 37 Unfälle (Plus 38 Prozent).

Mit dem Rad verunglückten 51 Kinder im Alter bis 14 Jahren, das bedeutet einen Anstieg um 31 Prozent zum Vorjahr. Auf dem Schulweg verunglücken nur sieben Kinder, ein erfreulicher Rückgang von über 36 Prozent. Hier leistet die Polizei mit vielen Aktionen der Verkehrssicherheitsberatung wie auch in anderen Bereichen (z.B. Pedelec-Kurse für Senioren 65+) wertvolle Arbeit.

Die Gruppe der Senioren war an insgesamt 315 Unfällen beteiligt (+ 6,8 Prozent), verunglückte Senioren gab es 247. Dabei wurden sieben Senioren leider tödlich verletzt, das macht 50 Prozent aller tödlichen Unfälle aus, im Jahr 2025 auf einem Höchststand mit 14 Opfern.

Gleich zwei Mal in 2025 kam es am Bahnübergang Grenzweg in Willich-Neersen zu einem tödlichen Unfall, bei dem die geschlossenen Schrankenanlagen betreten wurden.

Die Anzahl der Schwerverletzten bei Verkehrsunfällen lag bei 190, die der Leichtverletzten bei 1.035. Pro 100.000 Einwohner verunglückten im Kreis Viersen 416 Menschen, während die Häufigkeitszahl in NRW bei 450 liegt.

Bis Ende 2025 gab es im Kreis Viersen 47 Unfallhäufungsstellen, darunter auch die 16 neu hinzugekommenen Örtlichkeiten, wie z.B. in Lobberich die Kreuzung Wilhelmshöhe/K24/B509, in Viersen die Kreuzung Willy-Brandt-Ring/Dülkener Straße und die Kreuzung L29/Gerberstraße.

Besondere Bedeutung wird bei der Kreispolizei auch auf den Opferschutz gelegt, die Betreuung von Betroffenen nach Unfällen mit schweren Folgen. „Hier sind über 70 Kollegen speziell fortgebildet, dass sie verantwortungsvoll Unglücksbenachrichtigungen überbringen können“, schließt Sebastian Wessel.