Warum ein Stromvergleich sinnvoll ist
Die allgemeine Entwicklung der Energiepreise ist ein ständiger Begleiter und ein häufiger Anlass, über einen Wechsel nachzudenken. Wenn die Preise mal wieder steigen, machen sich viele Verbraucher auf die Suche nach einem günstigeren Anbieter. Dabei ist das tatsächliche Sparpotenzial immer vom individuellen Jahresverbrauch abhängig. Ein Single-Haushalt mit geringem Stromverbrauch spart in absoluten Zahlen weniger als eine vierköpfige Familie, für die es oft besonders lohnenswert ist, die Tarife zu vergleichen.
Die Preisspanne zwischen den verschiedenen Stromanbietern ist erheblich. Oft unterscheiden sich die Kosten für einen identischen Verbrauch um mehrere Hundert Euro pro Jahr. Besonders groß ist der Unterschied zwischen der Grundversorgung und günstigeren Sondertarifen. Viele Verbraucher befinden sich automatisch in der Grundversorgung, weil sie nach einem Umzug nicht rechtzeitig einen neuen Vertrag abgeschlossen haben. Dieser Tarif ist jedoch häufig teurer als ein Sondertarif, da Verbraucher hier nicht von den günstigeren Konditionen der sogenannten Sondertarife profitieren.
Tarifbestandteile richtig verstehen
Um Angebote seriös bewerten zu können, ist es wichtig, die einzelnen Bestandteile eines Stromtarifs zu kennen. Der Preis setzt sich in der Regel aus zwei Hauptkomponenten zusammen: dem Arbeitspreis und dem Grundpreis. Der Arbeitspreis berechnet sich pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh), während der Grundpreis eine jährliche Fixgebühr für die Bereitstellung des Stroms darstellt. Wer sein Haus modernisiert und auf eine energieeffizientere Heizmethode umgestellt hat, beispielsweise durch die Umrüstung auf eine Wärmepumpe, sollte besonders auf einen niedrigen Arbeitspreis achten, da der Stromverbrauch hierfür deutlich steigt.
Weitere entscheidende Faktoren sind die Vertragslaufzeit und die Preisgarantie. Viele Neukundentarife locken mit günstigen Preisen, die jedoch nur für das erste Jahr gelten. Eine lange Preisgarantie (idealerweise über 24 Monate) schützt hingegen deutlich besser vor Preisanstiegen und sorgt somit auch für mehr Planungssicherheit. Ebenfalls kritisch zu prüfen sind besonders hohe Bonusmodelle. Diese Neukunden- oder Sofortboni mindern die Kosten im ersten Jahr erheblich, sind aber in der Regel an verschiedene Bedingungen geknüpft. Verfällt der Bonus, weil der Tarif beispielsweise vorzeitig gekündigt wird, ist der Preis schnell nicht mehr attraktiv.
Angebote realistisch vergleichen
Bei dem Vergleich verschiedener Angebote sollte stets auf die Gesamtjahreskosten geachtet werden, nicht auf eine verlockend niedrige monatliche Abschlagszahlung. Ein kostenloser Stromvergleich auf einem bekannten Vergleichsportal wie Stromvergleich.de oder Verivox.de kann dabei helfen, alle Kosten (inklusive sämtlicher Boni) schnell und einfach miteinander zu vergleichen. Grundlage hierfür ist die korrekte Angabe des eigenen Verbrauchs. Dieser findet sich auf der letzten Jahresabrechnung des aktuellen Stromanbieters.
Wichtig ist dabei eine realistische Einschätzung, denn sowohl zu niedrige als auch zu hohe Angaben können das Vergleichsergebnis schnell verfälschen.
Mindestens genauso wichtig wie der Preis sind die Vertragsbedingungen und Kündigungsfristen. Einige Tarife haben eine Mindestlaufzeit von zwölf oder 24 Monaten und verlängern sich automatisch, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird. Besondere Vorsicht ist bei Lockangeboten mit Vorkassemodellen geboten. Hier soll die gesamte Jahresrechnung komplett im Voraus bezahlt werden. Sollte der Anbieter insolvent gehen, ist das Geld allerdings verloren. Bei seriösen Anbietern ist dieses Modell daher unüblich.
Wechsel und Kontrolle nach Vertragsabschluss
Der Wechsel des Stromanbieters ist grundsätzlich sehr einfach und erfolgt in der Regel ohne Versorgungsunterbrechung.
Ebenfalls praktisch: Der neue Anbieter kümmert sich in der Regel um die Kündigung beim alten Versorger, sodass der Verbraucher nichts weiter tun muss. Wichtig ist jedoch, am Stichtag des Wechsels selbst den Zählerstand zu dokumentieren.
Tipp: Ein Foto des Zählers ist der beste Beweis für eine korrekte Schlussrechnung.
Nach dem Wechsel sollten die ersten Abschläge und die jährliche Abrechnung genau geprüft werden. Stimmen die berechneten Werte mit dem Vertrag überein? Wurden außerdem alle Boni korrekt berücksichtigt?
Übrigens: Auch wenn der Wechsel abgeschlossen ist, sollte der Tarif regelmäßig neu bewertet werden, denn nach Ablauf der Preisgarantie oder des ersten Jahres können die Konditionen oft wieder teurer werden. Ein jährlicher Vergleich, ähnlich dem Check von Handy- oder Versicherungstarifen, stellt sicher, dass die Stromkosten dauerhaft günstig bleiben.