„Märchen im Grand-Hotel“ im Theater Duisburg Es bedeutet nix, aber es swingt!

Duisburg · Großer Jubel für die Premiere von Paul Abrahams „Märchen im Grand-Hotel“ im Theater Duisburg. Handlungsmäßig eher schlicht, ist die Operette musikalisch und visuell ein großes Vergnügen, allein schon wegen der Drehbühne.

Auf dem Bild Cornel Frey als Prinz Andreas Stephan, Valerie Eickhoff  als Marylou und die großartigen Tänzerinnen und Tänzer vor der sich drehenden Bühne.

Auf dem Bild Cornel Frey als Prinz Andreas Stephan, Valerie Eickhoff als Marylou und die großartigen Tänzerinnen und Tänzer vor der sich drehenden Bühne.

Foto: Jochen Quast

Um einen Filmdreh geht’s: Produzententochter Marylou will den großen, firmenrettenden Coup landen und glaubt, ihn in der Liebe eines Zimmerkellners zur spanischen Infantin gefunden zu haben. Es ist fast schon eine Ironie, dass das Werk 1934 nicht mehr in Deutschland zur Uraufführung gebracht werden konnte, denn Handlung und Dialoge sind so tranig-treudoof-dummdeutsch, wie es sich Goebbels und Co. nur wünschen konnten. Gottseidank dreht sich die Drehbühne mit ihren vier Szenerien - Hotellobby, Schlafzimmer, Pool und Hinterhof - reibungslos und muss man meistens nicht allzu lange auf die nächste Musiknummer warten. Die auf Jazz-Orchester reduzierten Duisburger Philharmoniker spielen das ganz ausgezeichnet und zum Glück sitzt auch ein Banjo im Graben. Sänger und Orchester werden mit Mikrophonen verstärkt, was vielleicht nötig ist, aber leider etwa im Falle des (perfekt sprechenden und singenden) Jake Muffet als Zimmerkellner dazu führt, dass es ein wenig nach Playback klingt. Das Größte aber sind eh die Tänzerinnen und Tänzer, mit Steppchoreographin Emma Kate Nelson, die auch mittanzt, kommt Broadway-, Westend- und Paris-Erfahrung auf die Bühne und richtig was über die Rampe!

„Märchen im Grand-Hotel“, 12., 17. und 25. Mai sowie 8., 14., 21. und 29. Juni im Theater Duisburg
Karten: 0203 28362100
operamrhein.de

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