Unter dem Titel „Friedensmusik“ steht ein Werk im Zentrum, das nicht argumentiert, sondern imaginiert: „Les visions du prince“ von Eduard Resatsch. Die Komposition, angeregt durch Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“, versteht sich nicht als Nacherzählung, sondern als poetische Neuerschaffung. Der Prinz ist für den Komponisten „Hoffnungsfigur in einer modernen Welt, in der viele unserer Illusionen zerbrechen – ein Symbol der Unschuld und reinen Perspektive auf das Weltgeschehen.“
Initiiert wurde das Werk von der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv, die sich seit Jahren künstlerisch wie gesellschaftlich für Verständigung und Frieden einsetzt. „Frieden kommt nicht von allein – ohne aktiven Einsatz wird es ihn nicht geben“, betont die gebürtige Ukrainerin. Ihr Engagement zeigt sich nicht nur auf den Konzertpodien der Welt, sondern auch konkret: Mit dem von ihr gegründeten „Youth Symphony Orchestra of Ukraine“, das 2022 mit dem Musikpreis der Stadt Duisburg ausgezeichnet wurde, setzt sie ein musikalisches Zeichen internationaler Solidarität. In Duisburg dirigiert sie nun die deutsche Erstaufführung von Resatschs Werk, kurz nach dessen Premiere Ende Februar in Paris.
Im Anschluss erklingt Maurice Ravels „Klavierkonzert für die linke Hand“ – ein Stück, dessen Entstehung selbst von den Folgen eines Krieges geprägt ist. Geschrieben für den Pianisten Paul Wittgenstein, der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verlor, verbindet es virtuose Brillanz mit dunkler Klangdramaturgie. Den Solopart übernimmt der ukrainische Pianist Illia Ovcharenko, den Lyniv für dieses Programm eingeladen hat.
Den Abschluss bildet Camille Saint-Saëns’ monumentale Sinfonie Nr. 3, die sogenannte Orgelsinfonie, die man dank der prächtigen Eule-Orgel in der Mercatorhalle getrost als Hausmusik bezeichnen kann. Mit ihrer architektonischen Größe, ihrem orchestralen Glanz und ihrem strahlenden Finale öffnet die Orgelsinfonie den Klangraum noch einmal ins Weite – nicht als Triumphgeste, sondern als Vision.
7. Philharmonisches Konzert, Mittwoch und Donnerstag, 4./5. März, jeweils 19.30 Uhr in der Mercatorhalle. Karten gibt es über die Theaterkasse Duisburg, Opernplatz/Neckarstraße 1, Telefon 0203 28362100 oder online unter www.duisburger-philharmoniker.de.