Stromausfall wie in Berlin - auch in Mönchengladbach möglich? Was, wenn bei uns das Licht ausgeht?

Mönchengladbach · Nach einem Brandanschlag auf Kabelleitungen waren in Berlin rund 45 000 Haushalte tagelang ohne Strom – könnte das in Mönchengladbach auch passieren? Der Extra-Tipp hat bei den Netzbetreibern nachgefragt.

Stromausfall wie in Berlin – kann das auch in Mönchengladbach passieren? Und wie stellt man sich auf den Notfall ein?

Foto: Sevda Ercan - stock.adobe.com/Adobe Stock

Es ist ja nicht nur das Licht, das ausgeht. Ein Stromausfall wie in Berlin legt Haushalte vom Herd über Heizung und TV bis zu Wasserhahn und Klospülung lahm, darüberhinaus Internet und Mobilfunknetze sowie große Teile der Infrastruktur: Ampelanlagen, Bankautomaten, Bahn, Tanksäulen – nichts geht mehr.

Kann das auch bei uns passieren?, fragt sich dieser Tage sicher auch so mancher Mönchengladbacher. Innenminister Herbert Reul hält dies für NRW für absolut möglich. „Wir haben eine Infrastruktur, die angreifbar ist“, sagt er. Auch die NEW als Verteilnetzbetreiber für die Mittel- und Niederspannung (verantwortlich ab Übergabe von Hoch- auf Mittelspannung in 26 Umspannanlagen) sowie der im Bereich der Hochspannung vorgelagerte Netzbetreiber Westnetz können Mönchengladbach keine hundertprozentige Sicherheit versprechen. „Gezielte Angriffe auf Versorgungseinrichtungen sind überall möglich“, so NEW-Pressesprecherin Lena Sapper. „Eine Absicherung und Überwachung der räumlich extrem ausgedehnten Infrastruktur im Hinblick auf terroristische Anschläge ist praktisch nicht umsetzbar.“ Die NEW betreibe ihre Energieversorgungsinfrastruktur aber entsprechend der gültigen Regelwerke und Gesetze und habe ein leistungsfähiges Notfall- und Krisenmanagement etabliert.

„Wie überall gibt es gegen extreme kriminelle Energie keinen hundertprozentigen Schutz“, sagt auch Sarah Schaffers, Sprecherin der Westnetz, und erklärt weiter: „Grundsätzlich sind die Stromversorgung und der sichere Betrieb der Stromnetze auf einem sehr hohen Niveau. So gibt es im Stromnetz zahlreiche Redundanzen und Sicherheitskonzepte. Sollte es punktuell zu einem Ausfall des Stromnetzes kommen, haben wir Notfallpläne, um die Versorgung schnellstmöglich wiederherzustellen.“

Hoffentlich schneller als in Berlin, wo am Samstagmorgen, 3. Januar, der Strom in rund 45 000 Haushalten ausfiel und erst heute, 7. Januar, wieder alle Haushalte – 19 900 Haushalte waren am Morgen noch ohne Strom – ans Netz gehen sollen. Noch in der Nacht zu Dienstag, 6. Januar, hatte sich die Feuerwehr Mönchengladbach mit einem „Energiemodul“ des Landes NRW zur Unterstützung auf den Weg in die Hauptstadt gemacht. Die Gladbacher Feuerwehr hat in der Bezirksbereitschaft III die Aufgabe, sich um dieses Energiemodul, das aus einem Gerätewagen mit elektrotechnischer Beladung und 250 kVA-Netzersatzanlage besteht, zu kümmern.

Herbert Reul erklärt: „Wir sind gerade dabei, das KRITIS-Dachgesetz zu verabschieden, das den Schutz kritischer Infrastrukturen stärken soll.“ Doch bis das durch ist und für mehr Sicherheit sorgt – was können besorgte Bürger tun, um sich für den Notfall vorzubereiten? Die Gladbacher Verbraucherzentrale verweist auf die Website vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, www.bbk.bund.de. Dort gibt es einen Gratis-Ratgeber und eine Checkliste – am besten gleich bestellen oder runterladen und ausdrucken, denn wenn der Stromausfall erst mal da ist, klappt das nicht mehr.

Den Advent genießen
Evangelische Kirchengemeinde Wickrathberg lädt zum lebendigen Adventskalender ein Den Advent genießen