„Das macht ihr großartig. Wenn jemand frei steht, helft euren Mitspielerinnen“, ruft Inka Grings quer über den Platz. Die Ex-Bundesliga-Stürmerin beim FCR 2001 Duisburg und zweifache Europameisterin mit der Nationalmannschaft war gestern angereist, um der Frauen-Fußballmannschaft von Hephata und Kickerinnen der wewole-Stiftung Herne Gelegenheit zu einem Profitraining auf dem Fußballplatz vom SV Blau-Weiß Meer zu geben.
Übungen für die Schnelligkeit, das Zusammenspiel und die Koordination standen auf dem Programm, und vor allem – Spaß. Bei den diesjährigen Landesmeisterschaften der Werkstätten hatten die Hernerinnen den Titel nach Hause geholt. Sie sind ab Montag bei den Deutschen Meisterschaften dabei. Für Hephata hat es in diesem Jahr nicht gereicht. Trainiert wird selbstredend trotzdem und so eine gute Gelegenheit, wie am Mittwoch natürlich nicht ausgelassen.
„Wir wollen ein bisschen Wind in das Thema Frauenfußball bringen“, sagt Dr. Kerstin Adolf-Wright, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM). Im Gegensatz zu den Männern seien bei den Frauen nämlich nur fünf Mannschaften am Start, zu wenig. Die Bundesarbeitsgemeinschaft hatte deshalb verschiedene Profitrainings für Frauenmannschaften organisiert. Inka Grings, Düsseldorferin und Botschafterin der DFB-Stiftung Sepp Herberger für Inklusion & Solidarität hatte sofort zugestimmt und war sichtlich mit Spaß bei der Sache auf dem Rasen des SV Blau-Weiß Meer.
Was an ihrem Training jetzt anders war, als beim wöchentlichen Kicken mit Trainerin Anne Reiff? „Wir laufen sonst am Anfang mehr“, sagt Fußballerin Natascha Wermelskirchen, die bei Hephata im Gartenbereich arbeitet. Die Übungen waren für sie nicht ganz neu, weil sie auch noch in einem anderen Fußballverein aktiv ist. „Angenehm ist das Training“, findet eine ihrer Mitspielerinnen und „rückwärts laufen“ sei sonst mehr dabei.
Am Ende gibt es noch ein richtiges Trainingsspiel, bei dem Inka Grings mal hier und mal da mit kickt und auch die Schiedsrichterin macht.
„Für mich ist das wöchentliche Training eine schöne Abwechslung“, sagt Trainerin Reiff, Heilerziehungspflegerin bei Hephata, die die Hephata-Frauen normalerweise trainiert. Zur Zeit leidet die Mannschaft im Alter von 25 bis 50 unter einem hohen Krankenstand, deshalb waren gestern auch nur sechs Gladbacherinnen am Start. Aber das ist egal, denn es geht vor allem um Spaß und das Teamgefühl.