Mönchengladbacherin beim algerischen Staatspräsidenten in Berlin Botschafter ihres Landes

M'gladbach/Berlin · Der kürzlich in Berlin weilende algerische Staatspräsident Abdelmadjid Tebboune lud etwa 250 seiner in Deutschland lebenden Landsleute in das noble Adlon Hotel zu einem Gespräch. Unter ihnen war die in Mönchengladbach lebende Nawal Keloul.

Der algerische Staatspräsident lud bei seinem Besuch bei Bundeskanzler Dr. Friedrich Merz in Berlin auch etwa 250 hier lebende Landsleute zu einem Empfang ein, darunter auch Nawal Keloul aus Mönchengladbach.

Foto: Privat

Aufgeregt wie selten in ihrem Leben sei sie gewesen, als sie die Einladung des algerischen Generalkonsulats in ihren Händen hielt, berichtet Nawal Keloul. „Der Präsident nahm sich sehr viel Zeit für unsere Anliegen. Er machte klar, dass wir durch unser Verhalten ein positives Bild unseres Heimatlandes vermitteln können. Seine wichtigste Botschaft war, dass jeder Algerier unabhängig davon, in welchem Land er lebt, auch ein Botschafter seines Landes ist.“ Präsident Abdelmadjid Tebboune habe seine Gäste dazu ermuntert, sich weiterhin aktiv in die Gesellschaft einzubringen, sowohl beruflich als auch ehrenamtlich.

„Der Präsident hob hervor, dass beide Länder gemeinsame Interessen haben, und dass die Zusammenarbeit angesichts der aktuellen geopolitischen Lage immer wichtiger wird“, erinnert sich Nawal Keloul. „Deutschland wird von Algerien als ein zunehmend wichtiger Partner gesehen, insbesondere in den Bereichen Erdgas und grünen Wasserstoff. Die Verantwortlichen sehen aber auch große Chancen in der Pharmaindustrie, Infrastruktur, Digitalisierung und digitalen Wirtschaft.“

Besonders interessant empfand Nawal Keloul den Unterschied zwischen der algerischen und der deutschen Berichterstattung nach dem Besuch. Während die algerischen Medien vor allem den herzlichen Empfang, die Begegnungen und die offiziellen Zeremonien hervorhoben, konzentrierten sich die deutschen Medien stärker auf die konkreten Ergebnisse der wirtschaftlichen Gespräche. „Deutschland wird in Algerien sehr positiv wahrgenommen.“

Die 53-jährige Nawal Keloul studierte in Algerien Ökotrophologie und beendete ihr Studium mit einem Diplom. Ende der 90er Jahre kam sie nach Deutschland. „Die deutschen Eigenschaften wie Disziplin, Kontinuität und Pünktlichkeit faszinierten mich.“ Sie heiratete einige Jahre später einen Deutschen, mit dem sie eine mittlerweile erwachsene Tochter hat. Neben ihrem Beruf setzt sie sich vermehrt für die Förderung von arabischen Frauen und der interkulturellen Verständigung ein.

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