Ein Bild wird gedreht, übermalt, neu geschichtet – und aus einer Landschaft entsteht eine andere. In ihren großformatigen Malereien lässt Irena Kulis Formen und Farben der Natur immer wieder verschwinden und neu hervortreten.
Die Ausstellung mit neuen Arbeiten von Irena Kulis wird am Freitag, 21. August, um 19 Uhr in der Galerie E71 im Atelierhaus, Eickener Straße 71, eröffnet. Ursprünglich bis zum 6. September geplant, wird die Ausstellung bis einschließlich 13. September verlängert.
Ausgangspunkt für die Arbeiten von Irena Kulis sind Beobachtungen der Natur. Dabei geht es der Künstlerin nicht darum, eine bestimmte Landschaft abzubilden. Vielmehr greift sie Farben, Formen und Strukturen auf, verändert sie und setzt sie in neue Zusammenhänge. So entstehen farbintensive, lebendige Bildräume, die zwischen Landschaft und Abstraktion changieren.
Die großformatigen Gemälde entwickeln sich in einem vielschichtigen und oft monatelangen Arbeitsprozess. Flächen und Linien werden mit lockerem Pinselduktus neben- und übereinandergesetzt, verworfen und übermalt. Während des Malens wechselt Kulis immer wieder ihre Perspektive und dreht die Leinwand mitunter auf den Kopf. Bestehende Kompositionen werden dadurch aufgebrochen und neue Formen und räumliche Zusammenhänge sichtbar.
Dieser offene Prozess setzt sich fort, bis ein Detail, eine Farbfläche oder eine neue Konstellation die Aufmerksamkeit der Künstlerin auf sich zieht und den nächsten Arbeitsschritt bestimmt. Landschaft wird dabei nicht als feststehendes Motiv verstanden, sondern als etwas, das sich während des Malens fortlaufend verändert und neu formiert.
Die Vielschichtigkeit der Arbeiten eröffnet unterschiedliche Assoziationen. Zwischen abstrakten Farbflächen und Linien können plötzlich Figuren oder vertraute Formen auftauchen, ein Mensch, ein Tier oder eine landschaftliche Struktur, um sich im nächsten Moment wieder in der Malerei aufzulösen.
Kulis’ Bilder geben dabei keine eindeutige Lesart vor. Ihre Wirkung entsteht vielmehr im unmittelbaren Sehen: Farben, Formen und mögliche Motive verbinden sich je nach Blick und Abstand immer wieder zu neuen Bildern. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich auf diese wechselnden Wahrnehmungen einzulassen und die Malereien ohne vorgegebene Erzählung auf sich wirken zu lassen.