Raus aus Isolation und Konkurrenzdenken, rein in mehr Zusammenhalt, das ist in Kurzform die Idee, die hinter dem Straßenfest Friedrich-Ebert-Straße steckt. Am Samstag, 5. September, wird es dort zum dritten Mal noch bunter. Auf zwei Bühnen, mit zahlreichen Ständen, Leckerem, Info, Show und vielen offenen Geschäften soll die Vielfalt gefeiert werden auf der Straße, die zwar zur Innenstadt gehört, aber oft wegen ihrer großen Diversität ein bisschen vergessen wird. „Es geht drum, dass einer des anderen Sprache versteht und nicht nur die gesprochene, sondern auch die gesungene und gespielte“, sagt Norbert von Dahlen, Mitinhaber des Plattengeschäftes „For the Record“ und zusammen mit Karin Boeker-Mahr, Leiterin des KUMON-Lerncenters, Hauptorganisator des Straßenfestes. Vielfalt sei auch eine Stärke.
Wie viele verschiedene Nationalitäten auf der Friedrich-Ebert-Straße nebeneinander wohnen und arbeiten hat noch gar keiner gezählt, aber dass seit dem ersten Straßenfest vor drei Jahren der Zusammenhalt viel größer geworden ist, haben alle gemerkt: Man hilft sich gegenseitig, teilt Räumlichkeiten miteinander, hat eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe und begegnet sich deutlich weniger skeptisch, als früher.
Am 5. September gibt es von 12 bis 18 Uhr ein üppiges Programm auf zwei Bühnen. Da rockt die Rockschool Fusion die Bühne, da treten Bands der städtischen Musikschule auf, Ex-Wallenstein-Musiker Gerd Klöcker mit Friends, Gisbert mit Gitarre und Gesang, der Rapper Hugleboy, ein ukrainischer Chor, das türkische Ensemble Saz, Schüler der Gesangsschule Lioba Moia, Owais Mohammad mit Gesang und indischer Trommel, das Holzbläserquintett der Niederrheinischen Sinfoniker und die Betrayers of Babylon. „Vollprofis genauso, wie Musiker, die das erste Mal auf der Bühne stehen“, freut sich von Dahl. Moderator ist der Vollblut-Rheydter Bülent Bagir.
Dazwischen gibt es in Kooperation mit der Stadtteilbibliothek bilinguales Vorlesen auf russisch-deutsch, arabisch-deutsch, türkisch-deutsch und bulgarisch-deutsch, Action für Kids, Karaoke und Köstliches.
Neben der Unterhaltung geht es auch um Ernstes. So kann man etwa VHS-Angebote um Coaching, Alphabetisierung und Ausbildungs-Anerkennung kennenlernen. „Wir hoffen, Impulsgeber für ganz Rheydt zu sein“, sagt Stadtteilkoordinatorin Leah Blank.