Wer schon mal die Jakobshöhe langfährt, etwa auf dem Weg zum Friedhof oder Richtung Schloss Myllendonk, kennt die kurze Tempo-30-Strecke vorbei an Kita, Jugendheim und Kirche. Zwischen dem mit 60 km/h (!) befahrenen Willicher Damm und der Ueddinger Straße, wo auch wieder 50 km/h erlaubt sind, heißt es runterbremsen auf 30! Aber nur montags bis freitags von 6.30 Uhr bis 17.30 Uhr – nach Feierabend und am Wochenende darf wieder Gas gegeben werden. Dabei ist da keineswegs Schluss mit Spielen!
„Aus unserer Sicht reicht die derzeitige Geschwindigkeitsbegrenzung nicht mehr aus“, erklärt eine gemeinsame Initiative aus Kirchengemeinde St. Pius X., Kindertagesstätte Regenbogenland, Jugendheim Pius X, Eltern/Anwohner und dem Männerverein Uedding, die jetzt eine ganztägige Tempo-30-Regelung ohne zeitliche Einschränkung fordert. „Die Nutzung des Bereichs hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert“, erklären die Akteure. „In der benachbarten Siedlung leben inzwischen immer mehr junge Familien, darunter auch viele mit Migrationsgeschichte. Die Kinder spielen entlang der Straße oder laufen zwischen Siedlung, Spielplatz und Kirche hin und her.“
Dass dies auch außerhalb der Tempo-30-Zeiten passiert, bestätigt Julie Gimborn, Leiterin der Ferienspiele im Pfarrheim: „Viele Kinder aus Uedding nehmen an unseren Angeboten teil und spielen auf der Wiese, etwa mit Bällen oder Frisbees. Das kann gefährlich werden, weil am Wochenende Lastwagen, Busse und Autos mit 50 km/h vorbeifahren.“
Das Pfarrgelände mit seinem Spielplatz ist ein beliebter Treffpunkt. Ein großer Teil des nachbarschaftlichen Lebens spielt sich hier ab. „Wir sind sowohl unter der Woche als auch am Wochenende häufig mit Kindern hier“, erklärt Markus Toelstede, Gemeindereferent und Leiter der Kinderkirche. „Natürlich laufen sie auch mal unachtsam aus der Kirche oder dem Jugendheim raus.“
Bei einer gemeinsamen Aktion haben die Kinder von der Jakobshöhe einmal auf Tafeln festgehalten, was sie an ihrer Straße stört. Das ist neben dem Autolärm vor allem die Sorge um ihre Sicherheit. Die Kids wissen genau: Bei Tempo 30 ist der Bremsweg kürzer, wenn sie zum Beispiel mal einem Ball hinterherlaufen und vor lauter Spielfreude nicht an den Verkehr denken.
Auch Thomas Porwol, Pfarrer Uedding/Neuwerk, sorgt sich: „Wir als Kirchengemeinde möchten unsere Angebote für Kinder und Familien gern weiter ausbauen. Bleibt die Situation aber unverändert, besteht die Gefahr, dass sich Familien zurückziehen und Angebote nicht mehr wahrnehmen.“
„Es würde der Straße und allen Anwohnern guttun, wenn der Verkehr hier dauerhaft langsamer wäre“, fasst die Leitung der Kindertagesstätte Regenbogenland zusammen.
Frage an die Stadt: Warum ausgerechnet hier mit Tempo 30 sparen? Die einschränkenden Schilder unter der „30“ wären bestimmt schnell entfernt...