Die neue Stadtteilbibliothek Rheydt ist fast fertig „Endlich sieht man uns wieder!“

Rheydt · 1 500 Kartons sind aus den Räumen der alten Stadtteilbibliothek Rheydt in die neuen Räume im Erdgeschoss des ehemaligen Karstadtgebäudes gebracht worden, 70 000 Medien in Regale geräumt. Jetzt sind es nur noch knapp 14 Tage bis zur Eröffnung. Vorab gab es einen Presserundgang.

„Kein Interim“, verspricht Arno van Rijn, Leiter der Rheydter Bibliothek, „hier soll die Bibliothek bleiben“.

Foto: Andreas Baum

Kabel ringeln sich noch auf dem Fußboden, Installateure verrichten letzte Arbeiten am Deckenlicht, Fensterfolie versteckt das neue Innenleben der Stadtteilbibliothek Rheydt vor den gespannten Blicken der Besucher des Rheydter Marktes, mit dem elektronischen Öffnen des Haupteingangs klappt es noch nicht so richtig: Am Mittwoch konnte die Presse einen ersten Blick auf die neue interkulturelle Familienbibliothek werfen.

„Endlich sieht man uns wieder!“, freut sich Arno van Rijn, Leiter der Stadtteilbibliothek. Denn 25 Jahre lang sei die Bibliothek eher unsichtbar gewesen – über Karstadt und durch einen versteckten Seiteneingang erreichbar. Davor im ersten Obergeschoss der Stadtsparkasse Marktstraße und ganz am Anfang im jetzigen Gebäude des Paritätischen an der Friedhofstraße, war es auch kaum besser. Jetzt ist sie nach 50 Jahren in Toplage und soll mehr sein, als nur eine Medien-Ausleihe. „Wir wollen das Haus wieder mit Leben füllen“, so van Rijn.

Neue Regale, Plätze zum Arbeiten, Lounge-Ecken mit bunten Sitzmöbeln, eine Fülle von Anschlüssen für Tablet, Laptop und Co., Raum für Workshops, Lesungen und Verweilen, Gamingangebote – und das Ganze natürlich barrierefrei: Die neue Bibliothek soll auch ein Ort der Begegnung sein, ein kommerzfreier Raum, wo man sich im Sommer nach dem Einkauf abkühlen und im Winter aufwärmen darf und vor allem in Kontakt mit anderen Menschen treten kann. Aufenthaltsqualität ist das Stichwort.

Lesen sei eine Schlüsselkompetenz fürs Weiterkommen, sagt Yilmaz Holtz-Erşahin, Fachbereichsleiter Stadtbibliothek und Archiv: „Ich weiß aus meiner eigenen Biografie, dass Literatur die Brücke zur Kultur eines Landes ist“.

Rechtzeitig zu den Sommerferien und Angeboten wie dem Sommerleseclub und dem Literarischen Sommer ist am 15. Juli ab 14 Uhr Eröffnung für die Allgemeinheit. „Das war mir ein besonderes Anliegen“, sagt Christiane Schüßler-Nordmann, Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport.

Wo früher Sockentische und Kleiderständer standen, grenzen jetzt bunte Möbel und unterschiedliche Bodenfarben die verschiedenen Medienbereiche ab. Allein für Kinder und Jugendliche hält die Bibliothek Lesestoff für drei verschiedene Altersstufen vom Kleinkind bis zu Jugendlichen bereit. Sachbücher vom Reiseführer bis zur Elternbibliothek, Romane von Erotik bis Krimi, Zeitungen und Magazine – rund 70 000 Medien als Print oder in digitaler Form hat die Bibliothek zu bieten. Der Bereich an Büchern in Fremdsprachen soll zeitnah weiter ausgebaut werden. „Jedes Buch ist ein Ort, an den man wieder und wieder zurückkehren kann“, steht ein Zitat von Kai Meyer, Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor, auf pinkem Grund an einem Regal.

Am 15. Juli werden die Lesefans mit einem Programm aus Livemusik, Führungen, Mikro-Theater, Kinderlesungen, MakerMobil und vielen anderen Attraktionen willkommen geheißen.