Der Rotary Club Meerbusch setzt sein Engagement für die Menschen in der Ukraine fort: Mit einer Spende von über 8 000 Euro beteiligt sich der Serviceclub an den Kosten für 13 Notstromaggregate, die vom Verein „Meerbusch hilft“ dieser Tage in die Meerbuscher Partnerstadt Fastiv geliefert werden. In den vergangenen sechs Monaten haben die Meerbuscher Rotarier rund 30 000 Euro für humanitäre Hilfen in der Ukraine aufgebracht – neben Projekten in Fastiv auch für die Lieferung von Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln durch „action medeor“, die „Notapotheke der Welt“ mit Sitz in Tönisvorst, in die südukrainischen Kriegsgebiete.
Bei einem Clubmeeting im Strümper Hof informierte jetzt Max Pricken aus dem Vorstand von „Meerbusch hilft“ die Mitglieder des Rotary Clubs aus erster Hand über die aktuelle Situation in Fastiv. Die südwestlich von Kiew gelegene 62 000-Einwohner-Stadt, seit 2024 Partnerstadt von Meerbusch, erstreckt sich über ein Gebiet, das etwa zwei Drittel der Fläche des Rhein-Kreises Neuss entspricht. Rund 1 000 Männer befinden sich aktuell im Kriegsdienst; seit 2022 sind 300 Gefallene zu beklagen.
Max Pricken hat zusammen mit anderen freiwilligen Helfern von „Meerbusch hilft“ in den vergangenen Wochen mehrere Hilfstransporte nach Fastiv organisiert und begleitet. „Die Menschen in der Ukraine stehen für unsere Grundwerte und unsere Freiheit in Europa ein, während sie gleichzeitig auf humanitäre Hilfe angewiesen sind“, begründete er sein Engagement. Es sei zudem „sehr berührend, die Dankbarkeit und Freundschaft“ der Partner in Fastiv für die Meerbuscher Unterstützung zu erleben.
Wenige Tage vor Weihnachten überführte das Team unter anderem einen mit Spenden des Rotary Clubs Meerbusch finanzierten Pick-up-Transporter nach Fastiv, der jetzt als Evakuierungsfahrzeug von einer Freiwilligeneinheit für humanitäre Hilfseinsätze genutzt wird.
Mit sehr bewegenden und eindringlichen Worten berichtete Max Pricken über die Auswirkungen der anhaltenden Drohnen-Angriffe auf die Stadt: „Wir erleben Kriegsverbrechen auf zivile Stätten wie Kindergärten, Krankenhäuser und Schulen.“ Durch Angriffe auf die Infrastruktur ist die Strom- und Wasserversorgung bei zweistelligen Minusgraden in weiten Teilen der Stadt zusammengebrochen. Mit der Lieferung der Notstromaggregate soll nun die Versorgung wieder in Gang gebracht werden. Gleichzeitig mahnte er: „Es ist erschreckend, was es mit den Menschen macht, wenn sie wegen der Drohnen nicht mehr schlafen können.“
Bereits im Herbst hatten der Rotary Club Meerbusch und der Rotary Club Meerbusch-Büderich gemeinsam die Anschaffung einer Ergotherapie-Küche im Reha-Zentrum von Fastiv finanziell unterstützt – auch hier unter enger Einbindung von „Meerbusch hilft“ in die Projektabwicklung. Die Installation der Küche erfolgt derzeit. Demnächst sollen dort vom Krieg versehrte oder traumatisierte Menschen das Arbeiten in der Küche und mit Küchengeräten, angepasst an ihre individuellen Einschränkungen, wieder erlernen, um sich zu Hause selbst versorgen zu können.
„Rotary steht weltweit für Völkerverständigung und humanitäre Hilfe. Die Situation in der Ukraine lässt uns auch im vierten Kriegsjahr nicht kalt. Die Aufmerksamkeit für das Leid der Menschen vor Ort muss hoch bleiben. Wir wollen ein Zeichen der Solidarität setzen und unseren Beitrag für die noch junge Städtepartnerschaft zwischen Meerbusch und Fastiv leisten“, erläutert Olaf Arndt, Präsident des Rotary Clubs Meerbusch. Darüber hinaus betont er: „Wir sind beeindruckt, was die ehrenamtlichen Helfer von ,Meerbusch hilft‘ mit großem persönlichem Einsatz und Risiko für die Menschen in Fastiv leisten. Das verdient höchsten Respekt, Dankbarkeit und Unterstützung.“